April 2007  

 

 

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Leben in Holland

So wohnen wir

bungalow vorne
Unser Bungalow        

 

Da wir, während wir die Fenster abdichten und das Deck abschleifen, nicht auf dem Schiff leben können, mussten wir uns eine andere Unterkunft suchen.
Wichtig war für uns genügend Platz. Da wir die meisten Dinge unseres Haushalts aus dem Schiff räumen mussten, war Stauraum ein wichtiges Kriterium.
In Opperdoes, ca. 1 km von der Werft entfernt, fanden wir ein Bungalow im Recreatiepark " De Brug". Ein herziges Häuschen mit 4 Zimmern - 3 Schlafzimmer mit total 6 Betten - und einer grossen Stube mit integrierter Küche, gelegen an einer Gracht. Die ideale Unterkunft für uns.

 Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten der Werftmitarbeiter sind recht lang. Von Montag bis und mit Samstag ist das gesamte Team ständig im Einsatz.
Da unsere Liste, was alles während den beiden Monaten gemacht werden soll, ebenfalls recht lang ist, haben wir uns an ihre Zeiten angepasst. Von 8 bis ca. 12 und von 13 bis nach 17 Uhr wird jeden Tag intensiv am Schiff gearbeitet. Umso schöner ist es dann am Abend oder am Sonntag noch vor dem Häuschen in der Sonne zu sitzen und den späten Sonnenuntergang zu geniessen.

Freizeit Unsere spärliche Freizeit verbringen wir meistens mit Velo fahren. Letzten Sonntag machten wir z.B. eine Velotour rund Texel. Das ist die südwestlichste der Westfriesischen Inseln und vom Festland aus mit der Fähre in 20 Minuten erreichbar. Obwohl es sehr flach ist, können solche Velotouren ziemlich anstrengend sein. Bei Gegenwind zu fahren braucht fast ebensoviel Energie, wie einen Berg hochzukraxeln.
Einkaufen

In den Geschäften gibt es sehr viel einheimisches Gemüse, ein Eldorado für uns. Vom Einkauf im Supermarkt oder meistens bei einem Gemüsebauer schleppen wir Berge von Grünzeug nach Hause.
Auffallend sind aber auch die vielen Fertigprodukte, die es in Holland zu kaufen gibt. Sei es gerüstetes und zum Teil bereits vorgekochtes Gemüse, Reisgerichte in den verschiedensten Varianten oder Kartoffelgerichte mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Interessante Fauna

tier
Junge Schafe        

 

Was uns besonders auffällt, ist die vielfältige Vogelwelt. Verschiedene Arten von Möwen, Enten, Gänse, Schwäne, Greifvögel, Dolen,... Viele dieser Tiere kann man momentan mit ihren Jungen beobachten. Auf unseren Velotouren nehmen wir uns oft Zeit, um das Verhalten dieser Tier zu studieren. Sehr interessant war z.B. die Jagd ganz kleiner Entchen auf Mücken. Erstaunlich, wie schnell diese kleinen Tierchen auf dem Wasser umherflitzen um sich zu verpflegen.
Auf den weiten Grünflächen und an den Deichen grasen meistens grosse Schafherden. Pferde, Esel und Pony's sowie Ziegen können auch oft beobachtet werden. Auffallend dagegen, dass es in diesem Gebiet Nordholland, wo wir momentan leben, kaum Kühe gibt.
   
Arbeiten am Schiff
Überraschungen

Um unabhängig vom Wetter die Arbeiten an Deck und Salonfenster in Angriff nehmen zu können, war geplant, dass Early Bird vom ungeschützten Aussenplatz in die Halle verlegt wird, sobald dort genügend Platz zur Verfügung stand.
Zu unserer Überraschung informierte uns der Werftchef, dass die beiden Gerätemasten am Heck zu hoch seien um das Eingangstor in die Halle passieren zu können. Sie müssten demontiert werden. Das war leichter gesagt als getan. Da die Geräte auf den beiden Masten nicht so einfach demontiert werden konnten, mussten wir uns spontan entscheiden, die Masten zu kappen und die Geräte später zu demontieren. Während dem wir nun am Schiff arbeiten, werden an den die beiden Mastteilen Kupplungen eingebaut, so dass sie in Zukunft leicht zu demontieren sind.
Für Hansruedi eine gute Gelegenheit, Early Bird noch besser kennen zu lernen. Die Fernseh- und Radioantenne zu entfernen, war kein Problem. Schwieriger wurde es bei der Radar- und bei der Navtexantenne. Beim Radar musste tief im Innenleben ein 8-poliger Stecker getrennt und ausgefädelt werden. Bei der Navtexantenne waren zwei gelötete Kabel zu trennen, die später wieder zusammen gelöten werden müssen.
Ganz schwierig wurde es beim Windgenerator: die Verbindung der Kabel war ca. 40 cm innerhalb des Mastes. Auf keiner Seite war so viel Spiel, um an die Verbindung heran zu kommen. Die einzige Möglichkeit bestand darin, den Schutzschlauch um die Kabel vom Rumpf bis zum Gerätemast aufzuschlitzen und zu verkürzen, bis die Lüsterklemmen am andern Ende des Mastes frei kamen. Wie die Kabel wieder geschützt und isoliert werden sollen steht noch in den Sternen.
Überhaupt gibt es immer wieder Gelegenheit, etwas zu demontieren, ohne dabei schon zu wissen, ob und wie es wieder eingebaut, angeschraubt, oder abgedichtet werden kann.

Ankerwinsch Während des Wartens, hatte Hansruedi genügend Zeit, die Ankerwinsch auseinander zu nehmen, zu reinigen und wieder zusammen zu setzen. Es war nämlich so, dass die Winsch sich manuell nicht betätigen liess, wie es in der Betriebsanleitung steht. Wie sollte man dann den Anker aufholen, wenn eines Tages der Motor streikte oder die Hydraulik versagte? Gereinigt und gefettet funktioniert die Winsch nun auch bei Handbetrieb.
Treckerschine Den Trecker (vorbalanciertes Vorsegel) haben wir ja bekanntlich schon in unserer ersten Segelsaison durch ein handliches Rollvorsegel ersetzt. Quer über das Vordeck war aber immer noch die Treckerschiene fest angeschweisst, eine gut 20 cm hohe Stolperfalle.
Wir haben nun die Gelegenheit genutzt und haben die Treckerschiene mit einer Trennscheibe abgetrennt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, das Vorschiff wurde wesentlich grösser und nun auch sicherer.

Farbe abkratzen und -schleifen

schleifen
Viel Staub      

 

Seit wir in der Halle sind, war das Abschleifen des Decks unsere Hauptbeschäftigung. Eine Schleifmaschine musste bereits ersetzt werden. Zudem haben wir uns noch eine zweite Wundermaschine angeschafft, mit der wir mühelos in (fast) alle Winkel und Ecken kommen. Trotzdem gibt es noch viel Handarbeit.
Niemand, weder die anderen Hallenlieger noch die Werftmitarbeiter oder auch wir selbst haben keine grosse Freude an soviel Staub. Trotzdem nehmen alle unsere Schleiferei erstaunlich gelassen.
Jetzt, Ende April, ist der grösste Teil der Schleiferei vorbei und wir machen uns daran, die Bemalung des Decks vorzubereiten.

Verdecktes und Verstecktes

korrosion
Korrosion        
Unter der Farbe haben wir erstaunlich viel Korrosion aufgedeckt. Was vor zwei Jahren noch tadellos aussah, zeigt sich nun in einem anderen Licht. Überall dort, wo sich in der Bemalung Blasen bildeten, kamen Spuren von Korrosion zu Tage. Ganz schlimm sah es unter den Kunststoffplatten aus, die zum Schutz des Decks vor der Ankerkette angebracht worden waren: feucht-nass, Algenbewuchs, stellenweise eine helle, gel-artige Masse und ein echt maritimer Geruch. Dazu Korrosion, wie wir sie zum Glück sonst am Schiff nirgends entdecken musste.
Hilfsbereite Werft Mit der Werft Klerk Yacht Service in Medemblik haben wir eine gute Wahl getroffen. Chef und Mitarbeiter sind kompetent, hilfsbereit und unterstützen uns jederzeit, wenn wir sie brauchen.