Juli 2007  

 

 

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Warten auf den Sommer!
Route Sönderborg - Kalvö - Lyö - Maasholm - Laboe - Heiligenhafen - Gedser - Klintholm - Gislövs Läge - Ystad - Simrisham - Hällevik - Karlskrona - Sandhamn - Kristianopel - Bergkvara - Kalmar - Pataholm - Mönsteras - Oskarshamn - Figeholm

Allgemein

 

 

Angelika am Leinen aufschiessen

 

Tanja Lars 5

Der Juli war ein abwechslungs- und ereignisreicher Monat. Nicht alles lief wie geplant.
Abwechslung brachten die verschiedenen Etappenorte, die, mal städtisch oder mal ländlich-abgelegen in unberührter Natur, auf ihre Art alle einen besonderen Reiz hatten. An einigen Orten wären wir gerne länger geblieben, aber der Reiseplan drängte jeweils zum Aufbruch.
Auch die Häfen hätten nicht verschiedener sein können: kleine, umgenützte Fischerei- und Industriehäfen oder die Anleger eines stillgelegten Sägewerks oder einer Werft im Gegensatz zu den grosse Marinas in Laboe, Heiligenhafen oder Karlskrona.
Da in den Törnführern nicht viel über die maximal mögliche Bootslänge in den einzelnen Häfen stand, war jedesmal für Spannung gesorgt, ob wir mit unseren 14 Metern Länge einen passenden Platz finden würden. Nun, es klappte bisher immer. Meistens waren auch hilfreiche Segler am Steg, die uns beim Festmachen der Leinen halfen.

Abwechslung in unsere Bordroutine brachten auch unsere Gäste: bis Laboe war Angelika an Bord. Geplant waren gemeinsame Radtouren, Sonnenbaden, .. stattdessen genossen wir das Zusammensein bei kaltem und nassem Wetter.
Von Karlskrona bis Kalmar waren Hansruedi's Enkelin Tanja und ihr Freund Lars mit von der Partie. Sie erhielten eine erste Einführung ins Hochseesegeln und konnten einen Eindruck gewinnen, wie wir auf unserer Segelyacht leben.

Wind und Wetter

HR mit Regenhut

Auch Wind und Wetter waren abwechslungsreich. Anfangs Monat zog ein Tief nach dem anderen über Nordeuropa und bescherte uns meist schönen Wind, aber auch viel Regen, zum Teil heftige Schauer mit Böen. In der zweiten Monatshälfte beruhigte sich das Wetter ein wenig, aber die Windstärken waren für diese Jahreszeit höher als der langjährige Durchschnitt.
Um uns gegen Wind und Regen schützen zu können, trugen wir jeden Tag unser Oelzeug. Die Badehosen dagegen wurden noch kein einziges Mal ausgepackt.

Ereignisse des Monats

Meer

 

• Auslaufen aus Kalvö im Nebel
• Tropischer Wolkenbruch vor Lyö
• Viel segeln und wenig motoren
• Einige Stunden kreuzen und das Tagesziel doch nicht erreicht
• Viele Stunden platt vor dem Wind
• Drei Tage Starkwind, davon ein Tag wo ausser uns niemand unterwegs war.
• Ein Patzer beim Anlegen und ein super Anlegemanöver trotz Seitenwind
• Wochenlange Suche von Motorzubehörteile
• Umstellung von Campinggas auf das schwedische Gas
• Velotour von Simrishamn zum Nationalpark Stenshuvud
• Fender über Bord (innerhalb einer Woche gleich 2-mal, zum ersten Mal seit Beginn unserer Segelkarriere).
• Last but not least: am Freitag, den 27. Juli verstauchte sich Vreni den rechten Fuss an einem gut getarnten Bügel auf dem Steg von Mönsteras.
• Anschliessend trotzdem genussreiches Segeln durch das landschaftlich wunderschöne Schärenfahrwasser von Mönsteras nach Oskarshamn.

Schwedische Medizin

Vrenis Fuss 3

Da Vrenis Fuss innert Sekunden dick anschwoll, beschlossen wir einen Arzt aufzusuchen. Hilfreiche Hafenmitarbeiter fuhren uns in Mönsteras zum medizinischen Zentrum. Hier wurde festgestellt, dass sie uns, da kein Röntgenapparat zur Verfügung stand, leider nicht weiter helfen konnten. Wir wurden nach Kalmar weitergeschickt. Dort würde ein Orthopäde sein.
Nach dem Röntgen kam ein Arzt, und erklärte, dass sie nichts habe und demzufolge wieder nach Hause gehen könne. Super! Leider zeigte sich dieses "Nichts" als dick aufgeschwollenen und blaugefärbte Fuss.

Der 8. Juli Nach über 2 Wochen der erste Tag ohne Regen!
Bei achterlichem Starkwind segelten wir von Laboe nach Heiligenhafen. Ein wunderschöner Segeltag!
Die Sonne schien und es war angenehm warm, so dass wir am Abend sogar zum ersten Mal in dieser Segelsaison im Cockpit das Nachtessen geniessen konnten.
Werbung und Wirklichkeit

 

 

 

 

 

Ystad Skeppshandel 4
Ystad Skeppshandel 2
Origineller Laden        
 

Die Hafenbeschreibungen sind meisten voll von Werbung. Mit blumigen Worten werden wir Segler umworben. So steht z.B. "Ein Yachtzentrum, das keine Wünsche offen lässt" oder "einzigartige Serviceleistungen" oder "für jedes Problem wird eine Lösung gefunden".
Wir hatten einige kleinere Probleme, die wir gelöst haben wollten. Seit mehreren Wochen suchten wir einen Ersatzimpeller für den Kühlkreislauf, einen Pelikanhaken, ein Reduktionsventil für Gas und einen Oelfilter.
In jedem grösseren Hafen zogen wir los um die gewünschten Ersatzteile zu finden. Mit Bus und Velo besuchten wir all die Shipchandler, die uns empfohlen wurden. Vergebens - die wunderschönen Werbesprüche und die grosse Hilfsbereitschaft in den einzelnen Geschäften halfen uns auch nicht weiter.
Hätten wir Segelbekleidung gesucht, hätten wir sicher nicht solche Probleme gehabt. Damit lässt sich halt mehr Umsatz machen, als mit Ersatzteilen und Zubehör.

Erst in Ystad fanden wir in ein Skeppshandel, der nun wirklich kaum einen Wunsch offen liess und, was nicht an Lager war, wurde irgendwie beschafft.
z.B. um die Gasanlage anpassen zu können, brauchte Hansruedi einen Teil eines neuen Gasschlauches. Anstelle, dass er eine Packung mit einem kompletten Schlauch kaufen musste, wurde kurzerhand die Packung geöffnet, den Schlauch in 2 Stücke geschnitten und jenes Teil, dass wir nicht brauchen konnten wieder ins Gestell zurückgelegt.

Glace

HR mit Glace
In Karlskrona war wir wieder einmal Pizza essen! Neben unserem Lokal war ein anderes Lokal, bei dem die Leute Schlange standen. Eine breite Kolonne durch den Garten bis an die Strasse - sicher 5 bis 6 m Kolonne.
Nach kurzer Zeit wussten wir, was diese Leute alle wollten - nicht einen Sitzplatz, sondern eine riesengrosse Glace.
Erstaunlich, die Menge Glace, die in einer Waffel Platz findet. Kunstvoll werden mehrere grosse Kugeln Glace aufeinander geschichtet und anschliesssend noch mit Rahm verziert.
Auch wir versuchten eine Glace - aber nur eine kleine!

Internet

IMG_0800

 

In vielen schwedischen Marinas wird Internet gratis angeboten. Leider sind aber oft die Signale so schwach, dass es unmöglich ist, vom Schiff aus eine Internetverbindung aufzubauen.
Bei schönem Wetter suchen wir uns dann draussen einen geeigneten Standort, sei es Mitten auf einer Wiese oder auf dem Steg, um uns in Internet einzuwählen.
In Karlskrona z.B. hatten wir nahe am Servicegebäude einen Tisch entdeckt. Hier installierten wir, sehr zum erstaunen der anderen Segler, unseren Laptop. Das elektrische Kabel wurde quer über den Steg gelegt. Ein Pullover und der Rucksack dienten als Sonnenschutz. Und schon konnten wir nach problemlos skypen.

Erst blasen, dann fahren

Kalmar Bus

Kalmar ist mit Öland durch eine lange Brücke verbunden, die leider ein Fahrverbot für Velofahrer hat. Dafür existiert ein gratis Velobus von einem Ende der Brücke zum anderen.
Wir staunten nicht schlecht, als - nachdem die Velos auf dem Anhänger verstaut waren, der Chauffeur einstiegt, das Alkoholmessgerät hervornahm, kräftig dreinblies und dann erst den Motor starten und losfahren konnte.