Mai 2007  

 

 

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Viel gearbeitet, wenig Freizeit

Arbeit

Es gibt viel zu tun!

 

 

Der Monat Mai war geprägt von vielen langen Arbeitstagen und weniger Freizeit als ursprünglich geplant. Anders als im April reichte es nicht mehr zu längeren Veloausflügen.
Aber auch das Wetter spielte nicht mit. Es war launischer, windiger und regnerischer als im April. Entsprechend schwankte auch unsere Stimmung. Wenn es bei der Arbeit nicht so richtig vorwärts ging, und immer wieder neue Verzögerungen auftraten, wirkte Hansruedi müde und niedergeschlagen. Vrenis Initiative und Optimismus munterten ihn jeweils wieder auf.
Immerhin erkannten wir beide, dass wir die Absicht, Ende Mai einzuwassern und loszufahren, nicht verwirklichen können. Wir sind froh, dass wir unser Bungalow noch nicht räumen mussten und hier noch eine Woche länger wohnen können.

Probleme und Verzögerungen

Warten auf Ersatzteile

 

Viele der beabsichtigten Reparaturen und Installationen können bei Early Bird nicht so einfach durchgeführt werden wie gewünscht. Die Vernetzung der Navigationsinstrumente und vor allem die Verkabelung waren derart unzugänglich zwischen Rumpfwänden und Verschalung eingebaut, dass sie weder entfernt noch angepasst werden konnten. Neue Verkabelungen müssen meist an der Oberfläche montiert werden.
Beim Auswechseln der Wellendichtung stellte sich heraus, dass weitere Dichtungselemente defekt waren und nachbestellt werden mussten.
Die Malerei ging nicht so schnell voran wie gedacht. Wegen den recht tiefen Temperaturen musste zwischen zwei Anstrichen jeweils drei bis vier Tage gewartet werden.
Gegen Ende des Monats treffen nun alle Bestellungen ein und wir schätzen, dass wir mit einer Woche Verspätung in See stechen können.

 Fugen

aVorher bNachher
Vorher         Nachher        

 

 

 

Vor Jahren hat Vreni einmal einem Sanitärinstallateur zugeschaut wie er im Badezimmer Fugen machte. Sah eigentlich ganz einfach aus.
Beim Ausbauen der Fenster war nun die Gelegenheit, die alten hässlichen Fugen zu ersetzen. Auf Anraten der Werft verwendete Vreni Sikaflex – wie sich später herausstellen sollte, ein Wundermittel für fast jede Gelegenheit!
Nachdem mit Abdeckband alles für das Fugen vorbereitet war, wurde Sikaflex in die Ritzen gepresst. Anschliessend wurde mit dem Finger das Sikaflex zu einer schönen Fuge verstrichen. Die überflüssige Dichtungsmasse landete in einem Lappen. Der Lappen wanderte in die andere Hand und somit verteilte sich das Sikaflex zuerst über die linke, anschliessend auch auf die rechte Hand. Dann gab es noch einige Berührungen mit Early Bird. Zum Schluss war zwar eine schöne Fuge, rundherum aber alles mit Sikaflex verschmiert – eine schöne Sauerei und ein recht grosser Aufwand, bis alles wieder geputzt war.
Die Lehre daraus – wenn nun Sikaflex verwendet wird, gehören noch folgende Utensilien dazu: ein grosser Kehrichtsack und eine Rolle Haushaltpapier. Überflüssiges Sikaflex wandert sofort auf ein Haushaltpapier und dieses ebenso schnell in den Kehrichtsack.
Vrenis Begeisterung für die Verwendung von Sikaflex ist enorm gestiegen. Wo immer möglich werden nun Fugen gemacht, jeder Borddurchbruch wird abgedichtet und sogar das Velo konnte so repariert werden.

 Malerei

Malerei
Vreni beim Malen        

 

Nach dem Abschleifen freuten wir uns so richtig aufs Malen. Nur eben, welche Farben sind zu verwenden, muss mit Roller oder Pinsel gestrichen werden?
Joop von der Werft hat uns hier super unterstützt. Er erklärte uns, welche Produkte zu nehmen sind und wie mancher Anstrich pro Produkt gemacht werden muss. Regelmässig stattete er uns Besuche ab und gab uns gute Ratschläge, wie die Farbe am Besten aufgetragen werden kann. Ohne seine Unterstützung sähe das Resultat sicher nicht so gut aus.
Auf dem Deck von Early Bird befinden sich 6 verschiedene Anstriche und mehrere kleinere und grössere Korrekturübermalungen.
 17.5 kg Farbe Die Vorbereitungen für das Anstreichen des Unterwassers machte uns Joop. Er hat die korrosiven Stellen abgeschliffen und mit einer speziellen Farbe behandelt.
Anschliessend hat Vreni 17.5 kg Farbe verstrichen. Zuerst gab es zwei Anstriche mit Primer; der erste in grauer, der zweite in oranger Farbe. Als Drittes wurden dann noch 7.5 kg blaues Antifouling verstrichen. Das Resultat gefällt – eigentlich schade, dass Early Bird bald eingewassert wird und das schöne Unterwasser nur noch für die Fische sichtbar ist.
 Touristisches Den einzigen Ausflug im Mai machten wir zusammen mit unserem Besuch, Heidi und Reini aus Zürich. Er führte uns mach Alkmaar und Egmond am See. Nach Wochen in der Provinz war das für uns wie eine Reise in eine Grossstadt: viel Verkehr, viele Leute, pulsierendes Leben auf dem Markt, in den Läden und Restaurants. Leider hatten wir wenig Zeit und konnten keines der vielen Museen, weder das Bier- noch das Käsemuseum, besuchen.
Dass die Niederlande nicht nur Edamer und Gouda herstellen, haben wir trotzdem gelernt. Im Kaashuis in Alkmaar gibt es eine Vielzahl von Käsesorten, deren Namen wir nie gehört hatten. Fast jede Stadt oder Provinz scheint stolz auf 'ihren Käse' zu sein. Dabei spielt der Reifegrad eine grosse Rolle. Es gibt Hartkäse, der es bezüglich Alter locker mit Sprinz oder Parmesan aufnehmen kann. Nebenbei sei noch gesagt, dass es im Kaashuis zusätzlich zu den einheimischen Produkten auch Appenzeller, Gruyère und Emmentaler oder Manchego und Pyrenäenkäse gibt.

Einheimisch Essen

Heringe
Heringe   

 

Es ist unsere Devise, möglichst die lokalen Produkte zu versuchen und keine Lebensmittel aus der Schweiz mit zu nehmen, oder auch keine über weite Distanzen eingeflogenen Frischwaren zu kaufen. Das geht mal mehr und mal weniger gut.
Jetzt ist gerade Saison für frischen, leckeren Hering (mit Zwiebeln und Essiggurken). Ein einmaliger Versuch blieb jedoch der geräucherte Aal und die verlockend knackig aussehenden, schüblig-ähnlichen Würste aus einem lokalen Laden in Medemblik. Diese waren überhaupt nicht knackig und hatten wenig Geschmack und den Biss einer Mettwurst.
'püntenell' Eigentlich hatten wir uns zum Ziel gesetzt, in diesen beiden Monaten Holländisch zu lernen. Als erstes Wort, das uns im Radio auffiel war 'püntenell'. Schon bald stellten wir fest, dass dies jedoch nur die Internetendung '.nl' ist.
Unterdessen sind unsere Kenntnisse so weit fortgeschritten, dass wir recht gut den Wetterbericht und die Staumeldungen im Radio verstehen können. Nachrichten hören ist schon etwas schwieriger.
Dafür können wir umso besser einkaufen. Die einzelnen Produkte sowie die Zahlen kennen wir. Sogar einfache Gespräche können in den Geschäften oder beim Bauern geführt werden. Reicht unser holländischer Wortschatz nicht aus, wird das Gespräch so weitergeführt, dass unser Gegenüber Holländisch und wir Deutsch sprechen.
Wenn die Holländer merken, dass wir gerne ihre Sprache lernen würden, so gibt es oft kleine 'Lerneinheiten'. Sie zeigen auf ein Produkt und erklären uns den Begriff auf Holländisch. Wir wiederholen das Wort, sie korrigieren, wir versuchen es erneut, .. so lange, bis sie mit unserer Aussprache zufrieden sind.

Jedem sein Fahrzeug

Hund mit Anhänger

 

Schon mehrere Male ist uns aufgefallen, dass Hunde in Veloanhängern durch die Gegend chauffiert werden. Die Landschaft nicht auf den eigenen vier Beinen sondern vom Anhänger aus zu betrachten, muss für diese Tiere ein ganz besonderes Erlebnis sein.
Seit kurzem ist nun auch Vrenis Velo ein richtiges holländisches Velo mit schönen hellblauen Satteltaschen. Es ist phantastisch, was so alles in diesen grossen Taschen Platz findet. Ganze Einkäufe können darin problemlos verstaut werden. Die Zeiten, wo schwere Lasten im Rucksack transportiert werden müssen sind nun vorbei!
Alpauffahrt mit dem Auto Wir hatten unser Auto in Holland dabei, da wir doch eine grosse Ladung Material von zuhause aufs Schiff zu transportieren hatten. Zudem war es nützlich und bequem bei grösseren Einkäufen oder bei schlechtem Wetter.
Über das Wochenende vom 19./20. Mai fuhren wir es zurück in die Schweiz. Hier kann es den Sommer in einem Schopf auf einem Bauernhof in Reichenbach im Kandertal verbringen, bis wir es im kommenden Spätherbst wieder in Verkehr setzen werden.