Oktober 2007  

 

 

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Kalter Herbst!
Route Rungsted - Dragör - Rödvig - Klintholm - Hesnaes - Gedser - Heiligenhafen

Allgemein

 

Klintholm Marina
Klintholm 6

 

Wir sind traurig - im September verstarb Hansruedi's Bruder Max nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Vom 1. bis 4. Oktober weilten wir deshalb in der Schweiz, um an seiner Beerdigung teilzunehmen.

Auf unserer Reise Richtung Winterlager erlebten wir noch einmal kontrastreiche Situationen. Nachdem wir im Kattegat beinahe allein unterwegs waren, herrschte im Öresund wieder Hochbetrieb. Mehrere hundert Yachten nahmen an einer Regatta teil. Auch sonst waren in der Region von Kopenhagen noch viele Schiffe unterwegs.
Weiter südlich trafen wir kaum mehr Sportboote. Die im Sommer meist volle Marina von Klintholm war leer, abgesehen von uns und einem zweiten Boot war niemand dort. Auch im kleinen Fischer- und Sportboothafen von Hesnaes sowie in Gedser waren wir die einzigen Gäste.

In Heiligenhafen ging die Saison für uns zu Ende. Etwas wehmütig schauten wir den vielen Jachten zu, die bei frischen bis starken Winden und kalten Temperaturen ein- und ausliefen um an einer Regatta rund um die Insel Fehmarn teilzunehmen. Wir hatten jedoch genug vom häufigen Regen und der herbstlichen Kälte, so dass wir es vorzogen im Hafen zu bleiben.

Wind und Wetter

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Der nasse, meist kalte und windige Sommer ging nahtlos in den Herbst über. Die ersehnte stabile Lage mit Sonne und den gewünschten Windstärken von 4 - 5 Bft sollte einfach nicht sein.
Von den letzten sechs Tagesetappen konnten wir drei segeln, die anderen drei mussten wir motoren, so auch die letzten 35 Meilen von Gedser nach Heiligenhafen. Nach Starkwind aus der falschen Richtung war zwar leichter bis mässiger Wind aus der guten Richtung angesagt, aber der Wind hielt sich leider nicht an die Vorhersage.

Wasserstand

Man kann es in den Revierhandbüchern und Törnführern lesen. Anhaltende Stark- und Sturmwinde können auch in der gezeitenfreien Ostsee zu starken Wasserstandschwankungen führen. Von bis plus oder minus einem Meter ist die Rede. Aber wie so oft dachten wir, es wird wohl nicht so schlimm sein. Denn sonst würden ja in den Häfen mit nur zwei Meter Wassertiefe oder weniger die Segeljachten bei Niedrigwasser im Schlick oder auf dem Trockenen sitzen. Die Autoren müssen wohl übertreiben, um alle Extremsituationen abzudecken.
Man glaubt es erst, wenn man es selbst erlebt! In Gedser machten wir die Erfahrung. Am Abend stiegen wir mit einem kleinen Schritt bequem vom Steg auf unser Schiff hinauf. In der Nacht sahen wir durch das Seitenfenster noch den Horizont und den Sternenhimmel. Am folgenden Morgen lagen wir viel tiefer, das Seitenfenster weit unter der Lauffläche des Steges. Im Laufe des Tages stieg das Wasser dermassen, dass wir nur mit einem grossen Spreizschritt auf das Schiff gelangen oder runter steigen konnten.
In der folgenden Nacht hat das Hochwasser den Steg überflutet. Am nächsten Morgen lagen stellenweise Pflanzen- und Algenreste auf dem Steg, die durch Anschwemmen dorthin gelangten.

Landausflüge

Kopenhagen 6

 

Stubbekoping 4

 

Im Oktober benützten wir jede Stunde mit Sonnenschein und erträglichen Temperaturen, um wieder ein wenig Velo zu fahren. Ab Rungsted ging es dem Öresund entlang ein paar Kilometer Richtung Süden bis Vedbaek und querfeldein zurück nach Rungsted.
Ab Rungsted besuchten wir - mit der S-Bahn - Kopenhagen, wo wir bei viel Sonnenschein kreuz und quer durch die Innenstadt flanierten.
In Dragör, Hansruedi's Wohnsitz während seiner Kopenhagener Zeit, spazierten wir durch den malerischen, gut erhaltenen Dorfkern mit seinen typischen kleinen Häuschen mit den Schilfdächern.
Von Rödvig aus fuhren wir mit dem Velo zu den Klippen von Stevns Klint, wo sich die mittelalterliche Kirche befindet, die 1928 teilweise ins Meer stürzte. Weiter ging es bis zum Leuchtturm Stevns und anschliessend zurück nach Rödvig.
Ab Hesnaes ging die Fahrt in das 15 km entfernte Städtchen Stubbeköping und zurück. Auch Hesnaes brilliert mit einem Dorfkern von gepflegten alten Häusern mit Schilfdächern.
Ab Gedser besuchten wir die Stadt Nyköping/Falster am Guldborgsund. Diesmal mit dem Bus, denn bei strammem Gegenwind waren uns die 25 km gegenan doch etwas zu weit.

Navtex

Für Nichtnautiker: Das Navtexgerät empfängt Navigations- und Wetterinformationen und ist eine wichtige Informationsquelle für uns Segler.
An der schwedischen Süd- und Ostküste erhielten wir täglich zweimal den schwedischen Seewetterbericht, aber je weiter nördlich wir uns befanden, desto schlechter war der Empfang.
Nachdem wir an der Westküste Schwedens das Gerät auf den entsprechenden Sender umprogrammiert hatten, war zunächst Funkstille. Eines Tages begann das Gerät wieder Meldungen zu drucken. Wir staunten nicht schlecht beim Lesen, denn der Absender war niemand anders als Istanbul Turk Radio und die Informationen betrafen das Schwarze Meer, das Marmara Meer, die Strasse von Istanbul sowie die Ägäis! Es ist ein Rätsel, wie bei einer Sende-Reichweite von ca. 300 bis 350 Seemeilen die Meldungen den langen Weg in den hohen Norden gefunden haben.
An Stelle von für uns brauchbaren Informationen erhielten wir nur noch eine Kollisionsmeldung aus der Norwegischen See sowie zwei Sturmwarnungen bei den Hebriden. Nachher war wieder Funkstille.

Kampf gegen Feuchtigkeit

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Es wurde immer schwieriger, das Schiff komfortabel warm zu halten und die Feuchtigkeit zu bekämpfen.
Den eingebauten Dieselofen benützen wir nicht, da er zuerst kontrolliert und revidiert werden müsste. Das Problem ist, dass es nur in der Nähe des Ofens heiss würde und der Rest des Schiffes kalt bliebe, da eine Luftumwälzung fehlt.
So heizten wir in den Häfen mit einem kleinen Heissluftgebläse und zusätzlich mit einem portablen Petroleumofen. Zudem zündeten wir jeden Abend ein Kuchenblech voll Teelichter an, was auch die Feuchtigkeit spürbar reduziert.

Winterlager

Heiligenhafen 3

 

Nach unserer Ankunft in Heiligenhafen blieben wir noch zehn Tage auf dem Schiff, um uns und Early Bird für das Winterlager vorzubereiten.
Diesen Winter wollen wir wieder so viele Reparatur- und Unterhaltsarbeiten wie möglich selbst machen. Da wir nicht auf dem Schiff wohnen können, suchten wir uns, wie schon in Medemblik, eine nette Ferienwohnung in Heiligenhafen.

Es gibt wieder einiges zu tun und zu erneuern am Schiff:
Cockpit malen, Anstrich von Rumpf und Deck ausbessern, Scheiben im Cockpit ausbauen und neu abdichten, Segel- und Navigationsinstrumente prüfen und allenfalls erneuern, Tanks reinigen, Kuchenbude (Cockpitverdeck) ersetzen, Grosssegel beschaffen und vieles mehr.