April 2008  

 

 

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Verhaltener Start!

Route

Heiligenhafen - Burgtiefe (Fehmarn) - Wismar - Kühlungsborn - Rostock - Warnemünde

Allgemein

Eigentlich wollten wir wenige Tage nach unserer Ankunft am 7. April in Heiligenhafen zur neuen Segelsaison aufbrechen. Aber es dauerte ein paar Tage länger, bis alles klar zum Auslaufen war.
Zuerst war der Schiffskran der Werft defekt. Zusammen mit einem Dutzend anderen Schiffseigentümer warteten wir auf den Einsatz eines Autokrans. Die Einwasserung verzögerte sich um einen Tag.
Das Mastsetzen wurde wegen Starkwind um drei Tage verschoben. In der Folge konnte auch das neue Grosssegel entsprechend verspätet geliefert werden.
Zuletzt warteten wir noch auf den Steuerkompass. Als er nach gut 5 Wochen aus der Reparatur zurückkam, hing er schief in der kardanischen Aufhängung. Vor der Reparatur war das nicht der Fall. So mussten wir ihn noch einmal einschicken.

Am 24. April war es dann so weit - klar zum Auslaufen.

Wind und Wetter

Die zwei Wochen in Heiligenhafen waren kalt und windig. Die erste Woche blieben wir noch in unserer Ferienwohnung, wo es warm und gemütlich war.
In der zweiten Woche übersiedelten wir aufs Schiff. Da es am Steg der Werft genügend Landstrom hatte, konnten wir mit einem kleinen Heizgerät die Temperatur im Schiffsinnern auf ein erträgliches Niveau bringen.
Der Wind blies teilweise bis zu Sturmstärke aus Osten. So kam es uns gar nicht ungelegen, dass wir nicht schon hinaus auf die noch ungastliche See mussten.
Seit wir unterwegs sind, hatten wir schönes Wetter und die Temperaturen sind bereits so warm wie letztes Jahr im August.
Meist hatten wir recht schwache SE Winde. Trotz zeitweiligem dümpeln blieben wir unserer Devise treu 'wir sind ein Segelboot'! Der Motor wurde äusserst selten eingesetzt.

Auslaufen nach dem Winterlager

Beim ersten Auslaufen ist für uns immer wichtig sämtliche Instrumente und alle Segel auf ihre Funktion zu überprüfen.
Vor der Einfahrt Heiligenhafen kalibrierten wir verschiedene Instrumente. Dem Fluxgate-Kompass mussten wir erst mal sagen, wo Norden liegt. Er zeigte nämlich nach dem Wiedereinbau genau in die Gegenrichtung. Beim Kreise fahren berechnete er dann automatisch die Deviation (Ablenkung). Auch die Windanzeige war um etwa 180 Grad daneben. Nach dem Kalibrieren waren wir mit den angezeigten Werten zufrieden.
Vor der Insel Fehmarn wurde das neue Grosssegel gesetzt, die Genua (grosses Vorsegel) und nachher die Fock (kleines Vorsegel) ausgerollt. Zum Schluss wurden noch nacheinander das erste und zweite Reff (Verkleinerung der Grosssegelfläche) eingebunden. Alles funktionierte zum Besten!

Luxus an Bord oder die spinnen, die 'Early-Birder'!

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Unser Staubsauger

 

Es ist richtig, dies ist unser neuer Bordstaubsauger! Dazu brauchen wir Strom, eine Schiffsreinigung kann deshalb nur in einem Hafen erfolgen. Mit dem 6.5 m langen Schlauch erreicht man die hintersten Winkel im Schiff, ohne den Staubsauger verschieben zu müssen - Traum jeder Bordputzfrau!
Warum ein so grosser Staubsauer - die Lösung des Rätsels ist recht einfach. Während des Winterlagers mussten wir bei Schleifarbeiten den Feinstaub direkt absaugen. Aber auch bei anderen Arbeiten, wie sägen und bohren, ist die Reinigung so wesentlich einfacher. Da uns die Werft keinen Staubsauer ausleihen konnte, mussten wir uns einen beschaffen. Den haben wir nun an Bord behalten - wir haben ja genügend Stauraum - und benutzen ihn auch regelmässig, nach dem Verlassen der verstaubten Lagerhalle sogar zum Deck saugen!

Medizin an Bord

HR am Impfen 1
Spritzen

 

Es war wieder soweit. Der Termin für eine Impfung war da. Weil wir wegen einer Spritze nicht jedes Mal einen Arzt im Ausland aufsuchen wollen, haben wir gelernt uns gegenseitig die benötigten Medikamente zu spritzen.
Dieses Wissen und noch viel mehr haben wir uns in verschiedenen Erste Hilfe Kurse in der Schweiz angeeignet. Zudem half uns unsere Hausärztin noch mit vielen guten Ratschlagen. Mit ihr haben wir auch unsere Bordapotheke zusammengestellt. Eine umfangreiche Medikamentensammlung, die langsam das Verfalldatum erreicht, ohne jemals gebraucht zu werden.

Brauchen wir ärztliche Unterstützung wenden wir uns an Medgate. Hier erhalten wir jederzeit kompetente Beratung.
Wie praktisch Medikamente an Bord sind, zeigte uns die folgende Erfahrung. Ein Notfallmedikament hatte das Verfalldatum schon längst überschritten und musste ersetzt werden. Vreni wollte es in einer Apotheke eintauschen. Trotz Notfallausweis - absolut unmöglich. Ein Rezept der Hausärztin wurde auch nicht akzeptiert. Da blieb nicht anderes über als einen örtlichen Arzt aufzusuchen und ihn um die Ausstellung eines Rezeptes zu bitten. Erst mit diesem landesspezifischen Rezept konnte das Medikament in der Apotheke bezogen werden.

Wieder mit dem Velo unterwegs

Heiligenhafen Marktplatz 1

 

Wenn immer möglich sind wir wieder mit dem Velo unterwegs.
Speziell beim Einkaufen sind unsere Stahlrösser viel wert. Schwer beladen können wir unsere Ware sehr einfach und ohne grosse Kraftanstrengung aufs Schiff schleppen.
Die deutsche Ostseeküste ist ein wirkliches Veloparadies mit unzähligen, gut beschilderten Velorouten. Einzig die vielen Strassen mit Kopfsteinpflaster sind recht anstrengend und mühsam.
In Wismar machten wir zuerst eine Stadtbesichtigung, bevor wir zu einem kurzen Ausflug auf die Halbinsel Poel starteten.Die Route führte über die Vororte von Wismar, durch ruhige Dörfer, an abgelegenen Höfen vorbei und entlang von Naturschutzgebieten zum idyllischen Hafen von Neukirch und wieder zurück bei strahlendem Sonnenschein.
Auch in Burg auf Fehmarn und Rostock waren wir so unterwegs.