Juli 2008  

 

 

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Skandinavischer Sommer!

Route

Helsinki - Bockfjärden/Porkkala - Boxby/Degerö - Tammisaari/Ekenäs - Hangöbyhamn/Hanko - Kejsarhamnen/Nämanön - Nagu - Bruddalsviken/Iniö - Lappo - Seglinge - Nötviken/Aland - Djupviken/Aland - Käringsund/Eckerö - Arholma - Rödlöga - Ladnaön - Löknäsviken - Stockholm

Allgemein

Helsinki Senatsplatz 4
Senatsplatz Helsinki


Nötviken Ankerbucht 2
Nötviken


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Stockholm

Nach einer Woche Aufenthalt in Helsinki lösten wir am 3.Juli die Leinen und machten uns auf den Rückweg Richtung Aland Inseln und Schweden. Der Weg war mehrheitlich der gleiche wie auf dem Hinweg. Wo wir die Wahl hatten, nahmen wir ein anderes Fahrwasser und besuchten andere Häfen und Ankerbuchten als beim Hinweg.
Wir glaubten, gut dokumentiert und informiert zu sein, doch bei der Ansteuerung von einigen kleineren Häfen und Anlegebrücken mussten wir abdrehen und weiter fahren, denn sie erwiesen sich als zu klein für unser Schiff. Wenn nur Motor- und ganz kleine Segelyachten am Steg lagen, verzichteten wir ebenfalls aufs Festmachen.
Wir fanden wiederum einige wunderschöne Ankerbuchten und waren erstaunt, dass wir trotz Hochsaison teilweise ganz allein waren oder den Platz mit nur einem oder zwei Booten teilen mussten. Dies um so mehr, als wir bis jetzt nur Buchten aufsuchten, die in den Revierführern beschrieben und somit keine Geheimtipps sind.
Je mehr wir uns Stockholm näherten, desto dichter wurde der Verkehr auf dem Wasser. In populären Ankerbuchten lagen die Yachten an den Felsen ebenso nahe beieinander wie in einer Marina am Steg. In solchen Fällen zogen wir es jeweils vor, in der Mitte einer Bucht frei zu ankern um mit dem Beiboot an Land zu gelangen.

Wind und Wetter

Wolken 3
Wolken

 

Die Wetterlage anfangs Juli war nicht mehr ganz so beständig wie in den vergangenen Monaten. Anfangs Juli war es teilweise veränderlich, oft bewölkt mit vereinzelten Niederschlägen. Wir hatten jedoch auch viel Sonnenschein, so dass nur noch die warmen, sonnigen Tage in Erinnerung bleiben. Der Wind blies meist mässig bis frisch aus wechselnden Richtungen. Oft konnten wir unseren gewünschten Kurs fahren und mussten selten kreuzen.
In den letzten Julitagen breitete sich ein Hoch über Skandinavien aus und brachte uns warmes Sommerwetter mit Temperaturen bis gegen 30 Grad, leider aber wenig Wind.

Das erste Bad seit 2005!

Seglinge HR 2
Seglinge Vreni 2
Hansruedi  Vreni

Der 15. Juli 2008, für uns ein fast historisches Datum, der Tag des ersten Bades seit 2005 (!), natürlich draussen!
Als wir in Seglingen am Steg festmachten kamen wir mit einem Finnen ins Gespräch, der uns den Tipp gab im Inselsee ein Bad zu geniessen. Etwas zaghaft stiegen wir in das rote Wasser, genossen dann aber die Erfrischung.
Unterdessen haben wir uns wieder ans Baden gewöhnt und freuen uns, wenn wir bei fast 30 Grad Lufttemperatur im Meer Abkühlung finden.

Navigation by Motorboot

Motorboot 5
Motorboote

 

Da wir die Schärenlandschaft hautnah erleben wollten, wählten wir oft enge und wenig tiefe Fahrwasser. Das sind Strecken, wo man aus der Ferne manchmal nicht genau erkennen kann, wo die Durchfahrt ist. Erst beim Näherkommen öffnete sich zwischen den einzelnen Felsen ein schmales Fahrwasser.
Speziell in Finnland sind recht viele Motorboote unterwegs. In sämtlichen Fahrwassern hätten wir uns auch mit der 'Navigation by Motorboot' zurechtgefunden. Dazu braucht es nur einen guten Feldstecher. So dass man bereits von weitem sehen kann, aus welchem Winkel die Motorboote kommen oder hinter welcher Felsnase sie verschwinden.
Trotzdem haben wir nach alter Manier navigiert und uns auf die Karte, den GPS mit der aktuelle Position und die Seezeichen verlassen.

Nobody is perfect

Hangöby 2
Marina Hangöby

 

 

 

 

 

 

 

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Boje, ..

 

Seitenwind beim An- und Ablegen ist für Hansruedi ein Schreckgespenst, speziell bei Stegen mit Bojen oder dort, wo der Heckanker eingesetzt wird. Theoretisch wissen wir, wie man es macht, aber in der Praxis kommt es auch mal anders.
Beim Ablegen in Helsinki half uns der freundliche Hafenmeister, unser Schiff vom Nachbarschiff frei zu halten, bis wir den Haken an der Boje ausklinken konnten.
In Seglinge wollte unser Haken einfach nicht von der Boje freikommen. Der Metallring war mit Kunststoff ummantelt und der Haken hatte sich so festgeklemmt, dass er erst nach mehreren Versuchen endlich freikam. Inzwischen hatte der Wind unser Schiff so unglücklich gedreht, dass wir mit Schraube oder Ruder an der Bojenverankerung hängen blieben. Um den Propeller nicht zu beschädigen, wagten wir nicht mehr, einen Gang einzulegen. Zum Glück kam ein hilfsbereiter Anwohner mit seinem kleinen Motorboot und schleppte uns frei. Am Vortag hatten wir ein Yachtcrew beobachtet, die mit ähnlichen Problemen kämpfte, aber ohne fremde Hilfe freikam. Deshalb: lache nie wenn anderen ein Missgeschick passiert, denn es könnte auch dir passieren!
Beim Festmachen in Käringsund ging alles gut bis zu dem Moment, wo der Bug noch etwa ein Meter vom Steg entfernt war. Hansruedi wollte bereits an Land springen, als er Vreni's spitzen Schrei und die unglaubliche Aussage hörte, die Leine, die das Schiff mit der Boje verbindet sei zu kurz und schwimme im Wasser. Also Manöver abbrechen, zurück fahren und Haken samt Leine mit Hilfe von zwei Bootshaken an der Boje aufnehmen, die Leine verlängern und das Anlegen wiederholen. Mit der verlängerter Leine klappte das Manöver nun ohne Probleme.

Kartoffelpreis

Nagu Boden 1
Nagu Boden 3
Laden       Sortiment

 

 

Dass man neue Kartoffeln auch günstiger kaufen kann als auf dem Gemüsemarkt am Hafen von Helsinki, konnten wir auf der Insel Nagu erleben.
Auf unserer Velotour quer über die Insel führte uns ein Schild am Strassenrand zu einem kleinen Laden auf einem Hof, wo die Bauern ihre Produkte im Direktverkauf anbieten. Die neuen Kartoffeln kosteten nur unglaubliche neunzig Cents pro Kilo, beinahe geschenkt verglichen mit den zwanzig Euro für drei Kilo in Helsinki.
Im kleinen Selbstbedienungsladen werden noch andere Artikel aus eigener Produktion sowie handwerkliche Gegenstände verkauft. Für Durstige steht in einem Kühlschrank Wasser bereit, gratis. Der Kunde wird gebeten, seinen Einkauf auf einem Zettel zu notieren und zusammen mit dem Geld in die Kasse in Form einer kleinen Milchkanne zu stopfen.

Es gibt noch andere Wassersportarten

Tammisaari Bootsrennen 6
Motorbootrennen
in Tammisaari

 

Von anderen Seglern wussten wir, dass die Marina von Tammisaari oft überfüllt ist. Deshalb entschlossen wir uns schon kurz nach Mittag dort zu sein. Auffallend war, dass wir auf der Hinfahrt von unzähligen Motorbooten überholt wurden.
Als wir beim letzten Seezeichen vor der Marina ankamen, versperrte und ein Schiff der Seerettung die Weiterfahrt. Gleichzeitig stellten wir fest, dass ein unglaublicher Motorenlärm über der Bucht von Tammisaari lag. Ein Motorbootrennen war in vollem Gange. Der Rennkurs für die schnellen Flitzer war doch tatsächlich quer durch den Hafen und in der Ansteuerung ausgelegt. Auf den Kais drängten sich viele Zuschauer, die das Spektakel verfolgen. Zwischen zwei Läufen wurde die Zufahrt wieder frei gegeben. Von unserem Anlegeplatz aus konnten wir das grosse Finale aus nächster Nähe mitverfolgen, ohne dafür Eintritt bezahlt zu haben.

Vreni's Gärtli

Basilikum
Kleinblättriger
Basilikum

 

 

Von Seglerkollegen wussten wir, dass 'Kleinblättriger Basilikum' gut gegen Fliegen und Mücken auf dem Schiff sein soll.
Schon lange schauten wir uns deshalb auf den verschiedenen Märkten nach einem Basilikum um. Auf dem wunderschönen Markt in Helsinki fanden wir das Gesuchte. Eine kleines Pflänzchen in einem noch kleineren Plastiktopf.
Kaum gekauft war klar, das Basilikum muss in einen grösseren Topf, und zwar einen aus Ton, umgepflanzt werden. Als mussten wir einen Tontopf beschaffen - nicht ganz einfach, im Zentrum von Helsinki fehlen Gärtnereien und Hobbymärkte. In einem Warenhaus fanden wir dann das Gesuchte zu einem respektablen Preis.
Als nächstes musste noch etwas Erde beschafft werden. Dazu wurden die verschiedenen öffentlichen Rabatten und Blumenkasten kritisch begutachtet und zu nächtlicher Stunde das Basilikum dann umgetopft.
Das Pflänzchen gedeiht prächtig und wir haben schon machen Tomatensalat mit frischem Basilikum genossen. Ob es aber gut gegen Fliegen und Mücken ist, können wir bis jetzt noch nicht sagen.

Montag, Donnerstag, Freitag

Kumlinge Bibliothek
Öffnungszeiten        

 

Wir waren in Seglinge und es war Mittwoch.
Da wir in der letzten grösseren Stadt versäumt hatten, am Bancomat unsere Kasse wieder nachzufüllen, planten wir einen Ausflug auf die grössere Nachbarinsel Kumlinge. Dort wollten wir Geld beschaffen und dann noch in der Bibliothek aufs Internet gehen.
Ziemlich erstaunt standen wir vor der kleinen Bank, Öffnungszeiten - Montag, Donnerstag und Freitag! Etwas frustriert gingen wir anschliessend Richtung Bibliothek, wo wir gleiche Öffnungszeiten feststellen mussten. Vor der geschlossenen Bibliothek stehend, erinnerten wir uns, dass wir diese Öffnungszeiten schon mehrfach gesehen hatten und dass auch die Fahrpläne der Schiffsverbindungen zwischen den Inseln nach dem gleichen Schema ausgelegt sind. Auf vielen abgelegenen Inseln hat das Geschäftleben offensichtlich einen anderen Rhythmus als in den Städten.
Wie man in einem solchen Fall zum notwenigen Kleingeld kommt? Ganz einfach, man geht in den nächsten Laden, kauft sich ein Eis oder eine Schokolade, bezahlt mit der Kreditkarte 200€ und lässt sich das restliche Geld auszahlen.

The Early Bird catches the worm

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Wasahamn
Stockholm

 

 

 

Nach Wochen, ja Monaten fast allein auf dem Wasser und in leeren Häfen war es ein grosse Umstellung, als im Juli der Verkehr zunahm und die Hafenplätze, aber auch gute Fels- und Ankerplätze begehrter und im Tagesverlauf früh besetzt wurden.
Ein Finne erklärte uns wie man zu den guten Plätzen kommt. Früh am morgen, so zwischen sieben und neun Uhr auslaufen, um zur Mittagszeit am Ziel anzukommen. Gegen drei Uhr nachmittags sind in einigen Marinas die Plätze schon alle besetzt.
Genau so erging es uns in Eckerö, wo wir eine Nacht im Hafen ankerten, um am nächsten Tag einen freien Platz zu ergattern.
In Stockholm profitierten wir von unseren Erfahrungen, denn bei unserer Ankunft kurz nach Mittag im gut besetzten Wasahamn eroberten wir den letzten freien, komfortablen Platz im innersten, ruhigen Teil der Marina.