Juni 2008  

 

 

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Sonniger Segelmonat !

Route

Ystad - Simrishamn - Hanö - Grönhögen - Mörbylanga - Mönsteras - Västervik - Häskö/Lisselö - Broken - Nynäshamn - Storö - Mariehamn - Sottunga - Korpoström - Hanko - Flakholmen - Helsinki

Allgemein

 

 

 

 

 

Helsinki Dom 1
Dom von Helsinki

Im Juni haben wir relativ viel Distanz zurückgelegt, obwohl wir zu Beginn noch zwei Tage auf günstigere Winde warteten.
Die Bilanz der Segel- und Motormeilen fiel äusserst positiv aus: 81 % zu 19 %, total 700 sm. Mit anderen Worten, wir sind wieder recht schnell durch die Gegend gerauscht. Im Hinterkopf hatten wir wohl noch die Idee, die im April-Mai eingefahrene Verspätung auf den Törnplan aufzuholen, um zur Sommerwende in St.Petersburg oder bereits auf dem Rückweg von dort zu sein.
Nach intensiven Diskussionen haben wir beschlossen, auf St.Petersburg zu verzichten und in Helsinki umzukehren, um ohne Stress in Stockholm zu sein, wo Ende Juli ein 'Familientreffen' geplant ist. Auf dem Rückweg von Helsinki nach Stockholm wollen wir die schönen Plätze besuchen, an denen wir vorbeigefahren sind.
Ende Juni haben wir ein paar Tage in Helsinki verbracht und dort die vielen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt und der Umgebung besichtigt.

Wind und Wetter

Mönsteras Sonnenuntergang 1
Abendstimmung in Mönsteras  
Kasnäs 2
Der erste Regen im Juni (Kasnäs)

Zwei total unterschiedliche Grosswetterlagen herrschten im Juni: Bis zum 6. Juni regierte das Hoch über Skandinavien, das uns schon im Mai den für uns ungünstigen strammen Nordostwind bescherte. Dann wendete sich das Blatt zu unseren Gunsten. Eine beständige Tiefdruckzone im Norden sorgte drei Wochen lang für frische bis starke Winde aus südlichen bis westlichen Richtungen. Interessant war, dass wir trotz dieser Tiefdrucklage meistens blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein und sehr wenig Regen hatten. Dass die Tiefs auch ihre schönen Seiten zeigen, nachdem die Regenfronten durchgezogen sind, war uns bekannt. Aber dass es auch ohne Regen geht, war neu für uns. Gegen Ende des Monats normalisierte sich die Lage in dem Sinn, dass das inzwischen flachere Tief für weniger Wind, aber auch für einige Schauer, Gewitter und für Morgennebel sorgte.

Anlegen am Felsen

Häskö-Lisselö HR am Nageln 2
Hansruedi am Nageln  
Häskö-Lisselö Felsgaken 2
Felshacken  
Häskö-Lisselö EB am Felsen 4
Early Bird am Felsen

In unserer ersten Ankerbucht war für uns klar, wir machen in sicherem Abstand von zwei Bojen am Felsen fest. Heckanker runter, langsam zum Felsen fahren, Hansruedi machte einen Sprung auf den Felsen und sicherte das Schiff mit einer Leine um einen Baum. Anschliessend wurden die Felsenhaken hervorgeholt und gekonnt in Felsspalten verankert. Zwei weitere Leinen und Early Bird lag sicher an einem Felsen.
Am nächsten Morgen wollte Hansruedi die Haken wieder aus den Felsspalten ziehen. Ein kräftiger Zug und Hansruedi sass samt Felshaken vor dem Bug im Wasser.
Nachdem er wieder trockene Kleider an hatte, musste der Heckanker heraufgeholt werden.
Irgendwie brachten wir es fertig, dass der Anker an der einen Bojenverankerung hängen blieb. Erst das Lösen des Schäkels, mit dem der Anker an der Ankerleine befestigt ist, ermöglichte es, ihn mit einer Hilfsleine an Bord zu holen und brachte uns wieder die Freiheit zum Weiterfahren.

Können wir noch ankern?

Broken HR am Steg
Broken

 

 

Auf Broken und Storö wurde das Vertrauen in unsere Ankerkünste schwer erschüttert.
Auf Broken wollten wir am inneren, geschützten Teil des Stegs den Heckanker setzen, um eine möglichst ruhige Nacht zu verbringen. Wir machten drei Versuche, alle erfolglos. Der Anker griff nicht, sondern zog etwa so leicht über den Grund wie ein Grasrechen über den Rasen. Beim Einholen hing auch entsprechend viel Kraut am Geschirr. Hilfsbereite Schweden dachten, unser Schiff brauche tieferes Wasser und empfahlen uns, aussen an den Steg zu gehen. Was wir dann auch taten, aber eben aus anderem Grund. Hier hielt der Anker zur vollen Zufriedenheit.
Auf Storö wollten wir am Felsen festmachen. Wieder die gleichen Probleme. Nach drei Versuchen gaben wir entnervt auf und vertrauten auf den Buganker. Wobei wir nicht wagten, ihn mit dem Motor allzu fest einzufahren. Er hielt nicht besonders gut. Aber es war eine gut geschützte Bucht und wir verbrachten eine ruhige Nacht. Am Morgen hing wieder eine Ladung Kraut am Anker.

Navigation in Finnland

Nordquadrant
Südquadrant
Nord-
quadrant
Süd-
quadrant

 

In den meisten Gewässern sind die Fahrwasser so bezeichnet, dass von See kommend in Fahrtrichtung auf der rechten Seite grüne und auf der linken Seite rote Seezeichen stehen (Lateralsystem, vereinfacht ausgedrückt, Gegenrichtung umgekehrt).
Gefahren und Untiefen sind nach dem so genannten Kardinalsystem betonnt. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal dieser Seezeichen sind die Anordnung der schwarzen, doppelten Kegeltoppzeichen sowie eine ebenfalls unterscheidbare waagrechte Unterteilung des schwarz-gelben Anstrichs. Diese Unterscheidungsmerkmale sagen dem Nautiker, auf welcher Seite er das Zeichen passieren muss.
Die finnischen Fahrwasser sind sehr gut und durchdacht betonnt: Wenn sich zwei oder mehr Fahrwasser kreuzen oder verzweigen, ist eines nach dem Lateral- und das andere nach dem Kardinalsystem betonnt. Hauptfahrwasser sind mit grossen Tonnen bezeichnet. Sportbootfahrwasser mit kleineren Zeichen. So kann man je nach Situation aus dem Stangenwald diejenigen Zeichen aussuchen, die gerade wichtig sind, um den richtigen Weg zu fahren.
Erschwerend wirkt sich gelegentlich aus, dass statt gelb-schwarze Zeichen grau-schwarze verwendet werden und verblasste, grüne Zeichen nur noch grau aussehen.
Als zusätzliche Navigationshilfen sind entlang den Sportbootfahrwasser in regelmässigen Abständen weisse Tafeln mit gut lesbaren Buchstaben angebracht, die auch in den Sportbootkarten verzeichnet sind. So sollte sich eigentlich niemand verfahren können.

Gustaf Dalen

Archipelago LT Gustaf Dalen 1
Archipelago LT Gustaf Dalen 2
Archipelago: Leuchtturm Gustaf Dalen

Leuchttürme unterscheiden sich in der Form, Konstruktion und Bemalung und sind so meistens leicht zu identifizieren. Nur wenige sind angeschrieben.
Gustaf Dalen, im Skiftet, dem Seegebiet zwischen den Aland Inseln und den Turku Schären, ist einer der wenigen. Falls man dem Navigator nicht glaubt und auch das GPS aussteigt - wer hier vorbei kommt, hat einen wahren Ort.

Die Felsenkirche von Helsinki

Helsinki Felsenkirche 4
Felsenkirche
Helsinki

 

Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von Helsinki ist die Felsenkirche. Aussen eher unscheinbar, unauffällig, mit scheinbar wenig Aufwand in das felsige Umfeld eingebettet. Innen von ergreifender Schlichtheit, die Wände aus blankem Fels und die kupferverkleidete Kuppel bewirken eine besondere Atmosphäre. Nur schade, dass der Ort der Stille und der Besinnung im Touristenstrom zum Marktplatz wird.

Einkaufen in Finnland

Helsinki Marktplatz 2
Markt in Helsinki        
Helsinki Marktplatz 4
Gemüsestand  

Einkaufen in Finnland hat seine Tücken.
In den Supermärkten sind die Preise für Gemüse und Früchte oft nur in Finnisch angeschrieben. Oberhalb der Auslage hängen eine Vielzahl von Preisschildern, ein Name, ein Preis und eine Nummer. Oft nicht eindeutig zugeordnet.
Da die Preisauszeichnung der Ware durch den Kunden erfolgt, waren wir nach Auswahl des Produkts auf Hilfe angewiesen. Oft halfen uns Finnen spontan und zeigten uns, welches Preisschild wir wählen mussten. Manchmal mussten wir auch einen anderen Kunden fragen, welcher der passende Preis ist.
Überall begegneten wir wunderschönen Märkten mit vielen Frischprodukten. Im Juni war Hochsaison für Erdbeeren und Kirschen. Die Ware wird jedoch nicht abgewogen, sondern liter- oder halbliterweise verkauft.
Auch Aprikosen, Tomaten, Zwiebeln oder Kartoffeln werden so verkauft. Nicht schlecht staunten wir über die Preise, die teilweise für neue Kartoffeln bezahlt werden - 5 lt (entspricht ca. 3 kg) für 20 €.

Navigation in Helsinki Schwer beladen mit unseren Einkäufen suchten wir Bus 14, der uns zum Hafen bringen sollte. In der Annahme, die Linie beginne im Zentrum und fahre nur in die gewünschte Richtung, stiegen wir ein und waren froh, Sitzplätze zu ergattern. Nach wenigen 100 Metern merkten wir, dass wir in die falsche Richtung fuhren. Was tun? Zu müde, um wieder auszusteigen, die Strasse zu überqueren, auf den nächsten Bus zu warten und einen Sitzplatz zu erkämpfen, fuhren wir bis zur Endstation, die 'nur' 20 Minuten entfernt war. Dort erreichten wir gerade noch den nächsten abfahrtsbereiten Bus, der uns in weiteren 30 Minuten an unser Ziel brachte. So kamen wir zu einer ungewollten Stadtbesichtigung.

Mönsteras

Vreni Krücken

Vor nicht ganz einem Jahr machte Vreni in Mönsteras beim Verlassen des Boot einen Misstritt. Wie sich später herausstellte, ein doppelter Bänderriss am rechten Fuss. In der Notfallstation von Mönsteras, der ersten Anlaufsstelle nach dem Unfall, erhielt Vreni Krücken, wobei wir versprechen mussten, sie wieder zurück zu bringen.
Fast ein Jahr sind nun diese Krücken mit uns herumgereist. Sie hatten einen festen Platz an Bord und dienten hauptsächlich zum Abstützen der offenen Luke.
Wieder in Mönsteras lösten wir unser Versprechen ein und brachten die Krücken in die Notfallstation zurück.

Die ersten Fische - unkonventionell gefangen - völlig ungeniesbar !

IMG_1887
Fischen mit Wasserfilter

Zur Kühlung unseres Dieselmotors wird im äusseren Kühlkreislauf Meerwasser verwendet. Zuerst fliesst dieses Wasser durch einen Filter, um von dort weiter zum Motor gepumpt zu werden.
Vor jedem Starten des Motors kontrollieren wir, ob genügend Wasser im Filter ist, da nach langem Stehen oder durch Segeln mit viel Krängung Luft ins System gelangen kann.
Eines Morgens, als wir den Filter kontrollierten, fanden wir eine beträchtliche Anzahl kleiner Fische (ca. 5 cm gross) im Filter gefangen.
Da unsere Lust auf so kleine Fische ziemlich gering war, entliessen wir sie wieder in ihr Element, indem wir den Filterdeckel öffneten und die 'Fischsuppe' abschöpften.