Mai 2008  

 

 

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Stabile Wetterlage !

Route

Warnemünde - Barhöft - Barth - Neuendorf/Hiddensee - Wiek/Rügen - Stralsund - Lauterbach - Wolgast - Rankwitz - Ückermünde - Ziegenort - Stettin - Swinemünde - Sassnitz - Ystad

Allgemein

Der Monat Mai bescherte uns die verschiedensten Segelerlebnisse. Die Route über die Boddengewässer, den Strelasund und den Peenestrom ins Stettiner Haff führte uns in malerische Städte und Ortschaften, aber auch vorbei an Naturschutzgebieten mit vielfältiger Pflanzen- und Vogelwelt. Ob gemächlich vorandümpelnd oder bei rassiger Fahrt - das Segeln in geschützten Gewässern ohne Seegang hat auch seinen Reiz. Die Umgebung kann aus kurzer Distanz betrachtet werden.
Wir haben uns viel Zeit genommen für Landgang, zu Fuss und mit dem Velo. Wir nahmen uns vor, so viele Leuchttürme wie möglich zu besuchen und zu besteigen. So waren wir auch auf dem höchsten Leuchtturm von Europa, demjenigen von Swinemünde.
Im letzten Monatsdrittel wollten wir wieder schneller vorankommen, um unseren Zeitplan einzuhalten. Doch Neptun und Rasmus schienen etwas dagegen zu haben.

aHiddensee LF Dornbusch 1
bHR am Filmen Hiddensee
cHiddensee Löwenzahn
Hiddensee Leuchtturm Dornbusch Hansruedi beim Filmen Löwenzahn

Wind und Wetter

 

Drei Wettersituationen prägten den Monat Mai. Im ersten Drittel hatten wir meistens schwache Winde aus westlichen Richtungen. Dann folgte eine Zeit mit leichten Winden aus östlichen Richtungen. Im letzten Drittel herrschte eine stabile Lage mit einem Hoch über Skandinavien und Tiefs über Mittel- und Westeuropa. Dies bedeutete Wind aus Nordost bis Ost der Stärke fünf bis sieben Bft und Böen von acht Bft (35 Kn.)
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es in der Region sehr wenig regnete. Bereits steht fest, dass im Mai nur etwa 15 bis 20 Prozent der durchschnittlichen Wassermenge fiel.
Die Temperaturen waren Anfangs Monat angenehm warm, gegen Ende Monat wieder recht frisch.

Vom Winde verweht.. .

Schwinemünde  Sttrand
Strand bei Swinemünde

 

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Sassnitz

 

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Kreideklippen NE Sassnitz

 

...wurde unser Törnplan. Nach drei Wochen gemächlichem Segeln in den schönen und geschützten Boddengewässern wollten wir, um unseren Törnplan einzuhalten, in längeren und schnelleren Etappen der polnischen Küste entlang Richtung baltische Staaten und St. Petersburg weiter ziehen.
Doch von dem Moment an, wo wir bei Swinemünde wieder die Ostsee erreichten, hatten wir den Wind gegen uns. Nach zwei Tagen abwarten nahmen wir die 50 Meilen Etappe nach Kolberg in Angriff. Leider drehte der Wind zu unseren Ungunsten und frischte auf, sodass wir nach einem Drittel der Distanz und einigen Stunden Geschaukel hart am Wind aufgaben und nach Swinemünde umkehrten. Nach weiteren drei Tagen hatten wir genug gesehen von Swinemünde und wollten einfach raus.
Bei unveränderter Wetterlage sollten wir Sassnitz problemlos ansteuern können, was wir dann auch taten.
In Sassnitz warteten wir weitere vier Tage und Nächte auf ein Abflauen des Windes. Von einem Winddreher zu unseren Gunsten wagten wir nicht einmal zu träumen.
Als an Stelle von sechs bis sieben Beaufort (30 Knoten) nur noch vier bis fünf (20 Knoten) angesagt waren, fuhren wir endlich wieder los. Wir wollten die dänische Insel Bornholm ansteuern. Anfangs konnten wie den Kurs halten. Nach ein paar Stunden drehte der Wind zu unseren Ungunsten (was denn sonst?). Wir rechneten und diskutierten, was wir tun sollten und entschieden uns, anstatt mühsam nach Bornholm aufzukreuzen, das zu jenem Zeitpunkt fünf Meilen weiter entfernte schwedische Ystad anzulaufen.
Wir erreichten die Stadt zur gleichen Zeit wie wir im besten Fall in Bornholm anzukommen planten. Nur waren wir wieder 30 Seemeilen weiter westlich als geplant.
In der Zwischenzeit haben wir uns damit abgefunden, dass wir unseren Törnplan nicht einhalten können und geniessen die Tage an Land ebenso wie auf See.

Schlaflose Nächte

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Neue Marina
Sassnitz

 

Der Marina von Sassnitz können wir im Moment nicht empfehlen. Die neuen Schwimmstege wurden noch nicht durch die Behörden abgenommen und können deshalb nicht benützt werden. An der Aussenmole lagen wir äusserst unruhig. Die Yachten tanzten auf den Wellen, die der Mole entlang liefen und krängten im starken Seitenwind. Die Festmacherleinen und Fender knarrten und quitschten und raubten uns den dringend benötigten Schlaf.

 

Schiffsbibliothek am Boden

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Schöne Bescherung !

 

Jeden Morgen bevor wir auslaufen, kontrollieren wir, ob alles richtig verstaut ist. Bei viel Krängung und speziell wenn es gleichzeitig stark schaukelt und stampft, würde sonst alles auf dem Boden landen.
Bei der Überfahrt nach Sassnitz passierte es trotzdem.

Das Resultat war ein leergeräumtes Büchergestell.

Radwege

Wittow Veloweg
Veloweg

 

Rügen, Mecklenburg-Vorpommern, eigentlich die ganze deutsche Ostseeküste ist eine Traumdestination für Velo-freaks. Es gibt gut beschilderte Radfernwege, sowie eine Vielzahl von kürzeren oder längeren lokalen Rundtouren.
Die Qualität der Radwege könnte nicht vielfältiger sein. Es gibt alles, vom feinsten Asphaltbelag über perfekt verlegte Steinplatten, feine sowie auch grobe Kopfsteinpflaster, quer oder längs verlegte holprige Betonplatten, gepflegte Kiessträsschen und abenteuerliche Wald- und Feldwege mit wenig oder auch vielen Wurzeln und ... gemeinen Fallen in Form von Stellen mit feinem, weichem Sand, wo man ohne Allradantrieb unsanft zum Stillstand abgebremst wird.

Touristisches

Hiddensee Vitte Rosswagen 1
Transport in Hiddensee

 

Darsserort Leuchttum Aussicht 3
Aussicht vom Leuchtturm Darsser Ort

 

 

Rügen, aber auch die traditionsreichen Hansestädte setzen heute voll auf den Tourismus. Es gibt viele Nationalpärke, wo Autos und Motorräder nichts zu suchen haben. Entweder man wandert, fährt Velo oder lässt sich auf Pferdewagen umher kutschieren.
Besonders gut gefiel uns die autofreie Insel Hiddensee, der Weg von Zingst zum Leuchtturm Darsser Ort, der Küstenradweg zum Kap Arkona sowie der Nationalpark Jasmund mit dem Königsstuhl.

Mit dem Velo besuchten wir folgende Häfen, Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten:
Seebäder Zingst und Prerow, den Leuchtturm Darsser Ort mit naturhistorischem Museum
Insel Hiddensee: die Häfen Vitte und Kloster und den Leuchtturm Dornbusch.
auf Rügen: das Dorf Breege, die Seebäder Juliusruh und Dranske, Kap Arkona, das kleine Fischerdorf Vitt (Unesco Welterbe), die Ortschaft Altenkirchen, die Marina Neuhof am Strelasund, die 'weisse Stadt' Putbus, die Kreisstadt Bergen, sowie den Nationalpark Jasmund mit dem Königsstuhl

Flaggen

Barth Stadthafen mit Ch-Flagge
Barth
Kaum in Barth angekommen, wurde für uns im Hafen am zentralen Flaggenmast die Schweizerflagge gehisst.
Auch in Swinemünde wurde uns zu Ehren sofort eine rotweisse Flagge aufgezogen, es war aber die dänische. Als der Hafenmeister merkte, dass wir nicht Dänen sondern Schweizer sind, verschwand die Flagge sehr schnell wieder. Eine Schweizerflagge hatte er leider nicht.

Kleine Welt

 

Kaum ein Monat vorbei, und schon haben wir 'alte Bekannte' angetroffen:
Jörg und Ilse Balmer aus dem Aargau, die uns letztes Jahr in Stockholm beim Anlegen geholfen hatten.
Eine 'Grand Banks' (renommierte Motoryacht) aus Hamburg, die in Dalarö neben uns lag.
Die Charteryacht 'Sabrina', neben der wir in Kalmar im Päckchen gelegen hatten. Die gleich Skipperin mit anderer, neuer (Anfänger?)-Crew, denn wir konnten ihnen beim Aufkreuzen das Heck zeigen.

Wenn Early Bird ein Vogel wäre . .

Mücken 1
Mücken 2
SY Early Bird voll Mücken Wo ist Ziegen- ort ?

 

..dann hätte sie in Ückermünde reichlich Nahrung gefunden. Schon beim Anlegen in Ückermünde begrüssten uns dichte Schwärme von Mücken.
Die Velotour am nächsten Morgen machten wir mit fest geschlossenem Mund und zugekniffenen Augen - eine richtige Plage. Gut, dass es keine Stechmücken waren.
Hansruedi reinigte am nächsten Morgen das Schiff von den vielen Mücken oder deren sterblichen Überreste, die als hartnäckig zu entfernende schwarze Flecken auf dem weissen Deck geblieben waren.
Kaum unterwegs war das Schiff wieder schwarz getüpfelt, so viele Mücken.
Interessant ist, dass die Mückenschwärme uns bis nach Ziegenort (Grenzort Polen) begleitenen. Kaum in Polen waren sie weg!