April 2009  

 

 

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Ein Saisonstart nach Wunsch - wunderschöner April

Winterlager

EB imFischerein- und Handelshafen Burgstaaken 2

 

Den Winter verbrachten wir dieses Jahr nicht mit Arbeiten am Schiff. Aus den Erfahrungen des letzten Jahres haben wir gelernt, dass bei niedrigen Temperaturen viele Arbeiten nicht optimal ausgeführt werden können. Deshalb fuhren wird erst Anfangs April nach Fehmarn.
Die ersten 3 Wochen wurden wieder abgekratzt, geschliffen, gemalt und poliert. Einige Stellen am Rumpf mussten ausgebessert werden.
Anschliessend wurde der gesamte Rumpf auf Hochglanz poliert. Beim Einwasser haben sich sogar die Wellen im Rumpf gespiegelt - so glänzte unser Schiff.
Im Weiteren führten wir folgende Arbeiten aus:
Reinigen des Frischwassertankes
Spülen des Heizkreislaufs, damit die Umwälzpumpe wieder arbeiten kann
Motorenöl- und Ölfilterwechsel
weitere Pflege und kleine Reparaturen

Wind und Wetter Da wir den ganzen Monat April auf dem Werftgelände und im Hafen verbrachten, waren die Windverhältnisse noch nicht so wichtig wie wenn wir unterwegs gewesen wären. Bemerkenswert war das Wetter trotzdem: wir hatten die ganze Zeit strahlenden Sonnenschein. Die Temperaturen waren allerdings lange recht tief: nachts um den Gefrierpunkt und tagsüber knapp 10 Grad. Der Wind blies meist mässig bis kräftig aus Nordost, also aus der Richtung in die wir später segeln wollen. Gegen Ende Monat wurde es allmählich wärmer. Seglerisch hatten wir also nichts verpasst.

Das Loch

Das Loch

 

Wie jedes Jahr reinigten wir das Unterwasserschiff (jener Teil des Schiffs, der ständig im Wasser ist) und überprüften das Aluminium auf Korrosion.
Schon letztes Jahr fiel uns auf, dass - obwohl wir in der Halle überwinterten - eine Stelle immer leicht feucht war. Dieses Jahr wollten wir es nun genau wissen. Mit dem Schraubenzieher stocherte Hansruedi in dieser Stelle rum und entdeckte so ein ca. 0,5 cm rundes Loch, das bis ins Schiffsinnere führte. Nach dem ersten Schock zeigten wir diesen Schaden dem Bootsbauingenieur von Yacht Mobil Service. Für ihn kein Problem - er schweisste das Loch einfach zu.
Im gleichen Arbeitsgang hat er die Befestigung der Opferanoden optimal platziert und angeschweisst, so dass sich in Zukunft die Anoden abbauen können und nicht der Rumpf.

Ein Hase

Es stank - es stank sogar fürchterlich. Hansruedi, beim Reinigen der Mastspitze, schaute sich immer wieder um und rätselte, woher dieser Gestank wohl kam.
Beim Einwassern, als wir den Mast aufs Schiff stellten, löste sich das Rätsel. Ein toter Hase fiel aus dem Mast auf das Deck. Das arme Tier war hinein gekrochen und konnte in der engen Röhre nicht mehr umkehren.
Unsere Bedenken, dass irgendwelche Kabel oder Leinen durchgebissen worden sind, haben sich glücklicherweise bis heute nicht bestätigt.

Early Bird Bier

Bier

 

Vreni war am Streichen des Unterwassers - eingepackt in einen Overall mit Kapuze, dazu Gesichtsmaske und Gummihandschuhe. Es war Sonntag, schon nach fünf Uhr und sie war bereits ziemlich müde. Zeit und Lust zu einem Schwatz mit anderen Seglern, die ebenfalls an ihren Schiffen arbeiteten, fehlten.
Birgit, die Seglerin mit blondem Pferdeschwanz und meist im roten Overall, wünschte schönen Abend und stieg in ihr Auto. Nach kurzer Zeit fuhr sie wieder vor, stieg aus und überreichte Vreni 6 Flaschen Bier - Early Bird Bier.
Nochmals ganz herzlichen Dank! Diese Biere werden erst bei einem ganz speziellen Anlass getrunken!

Schraube fehlt!

Die Schraube 2
Die Schraube        

Alles war bereits zum Einwassern - nur eine einzige kleine Schraube fehlte noch.
Zur Pflege des Faltpropellers gehört auch der Austausch des Spezialfettes im Innern des Propellers mit Hilfe einer Fettpresse. Beim anschliessenden Wiedereinsetzen des Blindstopfens ging dieser kaputt.
Nun ist so ein Blindstopfen nicht einfach eine Schraube, sondern eine Spezialanfertigung, wobei Material, Durchmesser, Länge und Schraubenkopf genau zum Propeller passen müssen. So ein Teil hatten wir nicht in Reserve und es war auch kein Ersatz aufzutreiben.
Das Missgeschick passierte am Freitagabend. Erst am Montag konnten wir beim Hersteller einen Original-Blindstopfen bestellen, welcher dank Nachtkurier schon am nächsten Tag bei uns eintraf. So verzögerte sich das Einwassern wegen einer winzigen Schraube um einen ganzen Tag.

Was wir sonst noch taten

Als Early Bird eingewassert war, zügelten wir von der kleinen Ferienwohnung aufs Schiff und begannen, unseren Haushalt und die aufgestockten Lebensmittelvorräte zu verstauen. Die Einkäufe besorgten wir mit unseren Velos im drei km entfernten Burg. Für die Fahrt nach Skandinavien lohnt es sich, auch genug Bier und Wein dabei zu haben, denn dort sind diese Produkte um einiges teurer als in Deutschland. Aber auch Milch und Orangensaft bunkern wir grosszügig, weil in Schweden haltbare Milch kaum zu finden ist und weil wir auch viel Orangensaft trinken. So mussten wir etwa zehn Fahrten machen, bis wir alles an Bord hatten. Das ergibt bereits 60 km für unsere Velostatistik!
An einem schönen Sonntag nahmen wir uns Zeit für eine kleine Velotour in den Westen der Insel Fehmarn zu den Marinas von Lemkerhafen und Orth.

Hamburg

Hamburg Alsterfleet

 

Schon lange wollten wir Hamburg besuchen, jene Stadt, dessen Bahnhof wir vom Umsteigen schon bestens kannten.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hamburg zu fahren, ist eine Reise von rund 3.5 Std.
Um 04.30 klingelte der Wecker, nach dem Aufstehen fuhren wir mit dem Fahrrad nach Burg - per Bus ging's weiter nach Putgarden - von dort mit dem Regionalzug nach Lübeck - wieder umsteigen und mit dem Regionalexpress nach Hamburg. Die Anschlüsse sind so bemessen, dass jedes Mal eine längere Kaffeepause eingelegt werden könnte!
Es versteht sich von selbst, dass die Rückreise im gleichen Tempo vonstatten ging. Nach 22 Uhr waren wir wieder auf dem Schiff.
In Hamburg flanierten wir durch die schöne Altstadt, machten eine Hafenrundfahrt und genossen wieder einmal das Leben einer Grossstadt.