Juli 2009  

 

 

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Nass, nässer am nässesten!

Route

Lulea – Renöhamn (Pitea) – Furuögrund – Bjuröklubb – Lövsele – Ratan – Patholmsviken (Umea) – Norrbyskär – Husum – Örnsköldsvik – Trysunda – Mjältön – Docksta – Berghamn – Sundsvall – Lustholmen – Häggvik – Lövvik – Sörakersviken - Sundsvall

Allgemein

Höga Kusten Burugga3
Höga Kusten


Trysunda Toppen
Trysunda Toppen


Tanja Marco
Tanja und Marco        

Wir hatten uns vorgenommen, auf dem Rückweg nach Süden all die schönen Orte zu besuchen, an denen wir auf unserer Fahrt nach Norden vorbei gerauscht waren.
Dieses Vorgehen hatte den Vorteil, dass wir in vielen Gesprächen mit anderen einheimischen und ausländischen Seglern wertvolle Tipps erhielten, welche Orte besonders schön sein sollen und wo wir was unternehmen können. Das Angebot ist so gross, dass wir wieder nur einen Bruchteil der Sehenswürdigkeiten besuchen konnten.
Dennoch glauben wir, die besten Leckerbissen herausgepickt zu haben. Die Landausflüge waren allerdings durch das oft schlechte Wetter eingeschränkt. Das belastete zeitweise unsere sonst gute Laune.
Es bleibt uns momentan der Eindruck, es sei im Juli nichts besonderes viel los gewesen, doch bei genauerem Nachdenken kommen einige bemerkenswerte Erinnerungen zurück. Wir konnten einige schöne Spaziergänge machen und in den Höga Kusten die höchsten Berge besteigen. Die Aufenthalte in den kleinen, gut geschützten und ruhigen Häfen waren erholsam.
In der letzten Woche Juli waren Hansruedi's Enkelin Tanja und ihr Freund Marco zu Besuch. Von Sundsvall aus ging es deshalb nochmals Richtung Norden zu den Höga Kusten und wieder zurück nach Sundsvall.

Wind und Wetter

Lustholmen
Lustholmen

Vom kältesten Juni in den nässesten Juli seit fünfzig Jahren. (nass – nässer – am nässesten ??????). Die schwedischen Zeitungen bestätigten es. Und wir können dem nur zustimmen. Der Wetterbericht sagte meist nur Tiefdruckgebiete über Skandinavien an, wobei einige Tiefs genau über dem Bottnischen Meerbusen von Süden nach Norden zogen.
Das bedeutete viel Regen, Nebel und schlechte Sicht in unserer Gegend. Der Wind wehte meist mässig bis frisch aus Südost bis Nordost. Ende Monat besserte sich das Wetter und die Vorhersage für die kommenden zwei Wochen soll gemäss Boulevardpresse sonniger sein.

Segeln im Nebel

 

 

Norrbyskär
Norrbyskär        


Husum
Husum        

Wochenlang hatten wir keinen Nebel mehr erlebt. Erst die Wetterlage im Juli bescherte uns wieder einige Nebeltage.
Bei Morgennebel segelten wir erst los, wenn sich der Nebel bereits aufgelöst hatte. In den tiefen, verwinkelten Fjorden ist es jedoch recht schwierig abzuschätzen ob weiter draussen noch Nebel liegt.
Das Interessante am Nebel in dieser Region ist, dass er zu jeder Tageszeit auftreten kann.
Von Patholmsviken nach Norrbyskär segelten wir in strahlendem Sonnenschein. Kurz nach dem Festmachen, am frühen Nachmittag, strichen Nebelschwaden über die Inseln. Diese hätten die Navigation echt schwierig gemacht.
Auf unserem Inselrundgang störte er uns nicht mehr. Im Gegenteil, es gab besonders stimmungsvolle Eindrücke in den Buchten zwischen den Inselchen.
Auf der nächsten Etappe hatten wir Glück, dass wir erst nach der Durchfahrt einer engen Passage auf dem offenen Meer in den Nebel eintauchten. Für die Ansteuerung von Husum nahmen wir seit langen wieder einmal unseren Radar zu Hilfe. Erst am nächsten Morgen sahen wir, in welch schöner Umgebung wir lagen.

Velotour in den Nebel

Skagsudden im Nebel
Skagsudde

 

 

Skeppsmaln
Skeppsmaln        

In Örnsköldsvik schien wieder einmal die Sonne. Das schöne Wetter mit angenehmer Temperatur lud zu einer langen Velotour ein.
Ohne genaue Karte und Distanzangaben entschlossen wir uns, zum Leuchtturm Skagsudde zu fahren. Schnell noch Kamera, Fotoapparat und Proviant in den Rucksack verstauen und los ging es. Auf Regenschutz verzichteten wir und Hansruedi hielt es nicht einmal für nötig, einen Pulli oder anderen Windschutz einzupacken. Wir starteten am Vormittag. Die Temperaturen würden sicher noch steigen.
Nach etwas zwei Dritteln der Distanz jedoch radelten wir bei Gegenwind im Nebel! Es wurde empfindlich kühl und Hansruedi hätte gerne etwas Wärmeres angezogen. Er liess sich jedoch nichts anmerken und wollte nicht zugeben, dass er sich schlecht vorbereitet hatte.
Auf dem Rückweg lichtete sich der Nebel, aber von Westen her zogen bedrohliche Regenwolken auf. Wir spürten ein paar Regentropfen und befürchteten einen Wolkenbruch, hatten jedoch Glück und kamen trocken zurück aufs Schiff.
Touristisch bot der Ausflug nicht besonders viel. Auf den Klippen beim Leuchtturm kann man picknicken und bei schönem Wetter auch sonnenbaden. Der kleine ehemalige Fischerhafen Skeppsmaln sieht hübsch aus. Leider sind das Räuchereimuseum und das Restaurant geschlossen.

Skispringen im Sommer

Oevik Schanze
Schanze Örnsköldsvik

Ö-vik, wie Örnsköldsvik auch genannt wird, ist eine lebhafte und sportliche Stadt. Ihr Eishockeyklub ist Spitzenklasse und hat schon viele international erfolgreiche Spieler hervorgebracht.
Auch Skispringen wird intensiv betrieben. Sogar im Sommer, wie wir hautnah miterleben konnten. Am Varvsberget gibt es mehrere Sprungschanzen. Die grösste erlaubt Sprünge bis ca. 120 Meter.
Anstatt den Wanderweg zu benützen stiegen wir die Stufen entlang der Schanze hoch. Beim Einstieg erhielten wir beinahe eine kalte Dusche, da gerade die Matten für bevorstehende Landungen befeuchtet wurden.
Wir konnten aus nächster Nähe zwei zukünftigen Konkurrenten von Ammann und Küttel beim Absolvieren ihrer Trainingsprünge zuschauen und mit ihrem Trainer sprechen.
Es war beeindruckend, live dabei zu sein. Die Schanze erschien viel steiler als im Fernsehen und die Springer flogen so schnell an uns Zuschauern vorbei, dass es nicht gelang ein Foto zu machen.
Erstaunlich für uns Laien, was der Trainer innerhalb von wenigen Sekundenbruchteilen beim Absprung und im Flug alles sah, analisierte, und den Springern während ihrer Bergfahrt auf der Sesselbahn an Kommentaren und Instruktionen zurief.

Rökt Sik und Surströmming - zwei schwedische Fischspezialitäten

Surströmming
Surströmming

 

Wir versuchen gerne einheimische Spezialitäten. So kauften wir auf Trysunda frischen Rökt Sik (geräucherte Felchen) und eine Büchse Surströmming (vergorener Hering).
Den Rökt Sik assen wir gleich und fanden ihn ausgezeichnet.
Über Surströmming hatten wir gehört, dass man ihn entweder liebe oder verabscheue. Es empfehle sich auch, ihn nicht im Schiffssalon, sondern im Cockpit und an der frischen Luft zu geniessen. Den besten Surströmming mit Sauerrahm, Zwiebeln und Tomaten soll es in einem Restaurant auf Ulvön geben.
Surströmming lernten wir in zwei Phasen kennen. Aus dem Cockpit unseres Nachbarschiffs in Trysunda wehte ein eigenartiger Geruch herüber.
So gewarnt bereiteten wir eines Abends unsere Surströmmingmahlzeit vor. Vreni versuchte ein Stückchen, spuckte es aber sofort wieder aus. Tanja versuchte es gar nicht und Marco fand den Fisch etwas salzig, hatte aber nach einem Stückchen schon genug. Einzig Hansruedi gelang es, drei Surströmming zu verzehren, allerdings fein säuberlich filetiert. Er wüsste gerne, ob das so richtig war oder ob die Schweden den ganzen Fisch essen.

Mannaminne und Jazzfestival zum Zweiten

Bei Häggvik befindet sich die vom Künstler Anders Aberg und seiner Frau Barbro geschaffene, phantastische Museumsanlage, wo erstklassige Kunst, lokale Geschichte, Themenmuseen und ein Akkordeonhaus miteinander vereint sind.
Auf diesem Gelände fand während unseres Aufenthalts das Tradjazzfestival statt. Das liessen wir uns nicht entgehen.
In mehreren kleinen Lokalen und im offenen Musikpavillon spielten ein halbes Dutzend Bands traditionellen Jazz vom Feinsten sowie Blues und Dixie und alles ohne X-1000 Watt Verstärkeranlagen.
Das war ganz nach unserem Geschmack und entsprach mehr den Erwartungen an ein Blues- und Jazzfestival als das von Haparanda.

12 Grad Wassertemperatur

Jutta
Jutta

 

In Patholmsviken lagen wir, wie schon so oft, mit dem Bug am Steg und mit dem Heck an einer Boje festgemacht.
Da Starkwind angesagt war überlegten wir, ob wir nicht eine zweite Boje aufnehmen sollten. Für uns bedeutet dies, dass wir das Dingi ins Wasser lassen müssen, rausrudern, mit einer Leine die Boje befestigen, zurückrudern und das Dingi wieder aufs Schiff heben; Minimum 20 Minuten Arbeit.
Jutta, eine deutsche Segelfreundin, nahm uns diese mühsame Arbeit ab. Kurz entschlossen sprang sie ins Wasser und schwamm mit der Leine zur Boje und wieder zurück - und das bei 12 Grad!

Mjältön

o-Mjältön Bastutoberget
Mjältön Bastutoberget

 

Mjältön hat eine wunderschöne gut geschützte Ankerbucht. Von der Bucht führt ein Weg zum höchst gelegenen Punkt, dem Bastutoberget auf 238 m.
Unter Seglern ist es Brauch, dass jeder einen Stein von der Bucht auf den Berg trägt und diesen auf dem grossen Steinhaufen deponiert. Das taten wir auch, müssen aber zugeben, dass der Stein in der Tasche nicht so gross war wie jener in der Hand auf dem Foto.