Juni 2009  

 

 

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Zum Blues- und Jazzfestival nach Haparanda

Route

Nynäshamn - Munkholmen - Gräddö - Öregrund - Hudiksvall - Mellanfjärden - Sundsvall - Ulvöhamn - Kurjoviken (Skelleftehamn) - Haparanda - Töre - Lulea

Allgemein

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang

 

 

Sundsvall
Sundsvall

 

Haparanda
Haparanda      

 

 

Im Juni lag unser Schwerpunkt auf dem Vorankommen.
Irgendwann setzte sich die Idee in unseren Köpfen fest, zur Sonnenwende in Haparanda oder sogar am Polarkreis zu sein um die Mitternachtssonne bestaunen zu können. Das bedeutete lange Tagesetappen und zwei durchgesegelte Nächte. Wobei man von Nächten kaum reden kann, wenn die Sonne kurz vor Mittsommer um 2253 unter- und um 0120 wieder aufgeht. Es wird gar nie richtig dunkel.
Sofern wir nicht durch Gegenwind und schlechtes Wetter zu längeren Aufenthalten gezwungen wurden, blieben wir jeweils nur eine Nacht in jedem Hafen und machten uns frühmorgens wieder auf den Weg. All die schönen Häfen und Ankerplätze werden wir auf dem Rückweg besuchen.
Längere Aufenthalte machten wir wegen Starkwind und Regen in Nynäshamn (6 Nächte) und Sundsvall (5 Nächte).
In Nynäshamn nutzten wir das regnerische Wetter für einen Ausflug mit der S-Bahn nach Stockholm, um dort die fehlenden Seekarten für den bottnischen Meerbusen zu besorgen.
In Sundsvall holten wir wieder die Velos hervor und fuhren auf den nördlichen Stadtberg, wo gerade ein Wikingerfestival mit vielen traditionellen Handwerksständen stattfand. Vom höchsten Punkt aus bestaunten wir die schöne Aussicht über die Stadt Sundsvall. Der Ausflug auf den südlich gelegenen, höheren Berg - mit Skilift und Slalomhang fiel wegen Starkwind und Regen ins Wasser.
Unser Ziel Haparanda erreichten wir schliesslich mit zwei Tagen Verspätung, aber was wir uns vorgenommen hatten, führten wir trotzdem durch: wir fuhren gemeinsam mit Freunden mit einem Mietauto zum Polarkreis und bestaunten die Mitternachtssonne.
Nach sechs Tagen Aufenthalt in Haparanda machten wir uns wieder auf den Weg und besuchten Töre, den nördlichsten Hafen in der Ostsee, bevor wir den Bug der Early Bird wieder auf südliche Kurse ausrichteten.

Wind und Wetter

Wetter
Abendstimmung  

 

Der Juni wird uns vor allem wegen den tiefen Temperaturen in Erinnerung bleiben. Nachts sanken sie auf fünf bis acht Grad, tagsüber erreichten sie oft wenig mehr als zehn Grad. Gegen Mittsommer hiess es in Schwedens Presse, falls es nicht ändere, werde es der kälteste Juni seit 50 Jahren. Hansruedi meinte, ob es ändere oder nicht, für ihn sei es eh der kälteste Juni seit 63 Jahren!
Nun, um den 23. Juni änderte das Wetter drastisch. Mit einem Schlag hatten wir Temperaturen von 20 und mehr Grad. Die Windverhältnisse waren teilweise gut bis sehr gut, leider hatten wir zeitweise zu viel Gegenwind und ab und zu auch Flauten.

Die schönste Ankerbucht

EB und Corona in Munkolmen
Early Bird und Corona in Munkolmen        

 

Von Nynäshamn aus segelten wir Richtung Norden. Wie schon oft schlief gegen Abend der Wind ein. Da wir nicht mehr lange Motoren wollten suchten wir uns ein nahegelegenes geeignetes Nachtquartier. So steuerten wir die rundum geschützte Bucht Munkholmen an, mit dem Ziel Mitten in der Bucht zu ankern.
Nicht schlecht staunten wir über die vielen Schiffe, die bereits hier festgemacht hatten. Unser bevorzugter Platz Mitten in der Bucht war auch schon besetzt - von der 'Corona', Freunden aus der Schweiz.
Nach einer freudigen Begrüssung entschlossen wir uns am Fels festzumachen. Kurze Zeit später machte die Corona neben uns fest und wir wurden spontan zu einem feinen Znacht eingeladen. Vielen Dank Beatrice und Heinz.

Neptun zu früh gedankt

Neptun
Neptun

 

An einem Tag bei frischem Wind und flotter Fahrt, dachte Hansruedi, es wäre wieder einmal Zeit, sich bei Neptun mit einem Whisky für die guten Bedingungen zu bedanken und ihn bei guter Laune zu halten. Er opferte einen Schluck Scotch Blended Whisky. Einige Tropfen landeten leider nicht im Wasser sondern auf dem Seitendeck. Das muss Neptun übel aufgenommen haben, denn kurz nachher stellte der Wind ab. Um unser Tagesziel zu erreichen, mussten wir nun noch einige Stunden motoren.
Vielleicht nahm Neptun es Hansruedi auch übel, dass er ihm nur Blended Whisky gab während er selbst Single Malt bevorzugt.

Raclette an Bord

Raclette an Bord
Raclette an Bord

Hansruedi hat zu seinem Geburtstag ein Racletteöfeli geschenkt bekommen, das wir natürlich auch mit aufs Schiff genommen haben.
Als es nun sooo kalt war, hatten wir Lust auf Raclette. In einem schwedischen Supermarkt suchten wir nach einem geeigneten Käse. Durch die Packung sah er fast wie Raclettekäse aus und eignete sich auch wunderbar zum schmelzen. Nur der Geschmack war etwas anders - eben schwedisch, aber ebenfalls sehr fein!

Sundsvall

Drache
Drache

Skvader
Skvader

 

Die Fabelwesen von Sundsvall sind Drachen und der Skvader.
Wie viele andere Städte bestand die Stand Sundsvall in früheren Jahrhunderten aus Holzhäusern. Nach verschiedenen Bränden, insbesonders aber nach dem grossen Stadtbrand von 1888 wurde der Stadtkern mit dem Geld der Versicherungen ganz in Stein stattlich und prunkvoll wieder aufgebaut. Als Schutz gegen eine Wiederholung solcher Katastrophen wurde der Drachen zum Wappentier der Stadt. Heute verzieren originelle, von Studenten entworfene und von verschiedenen Firmen gesponserte Drachenmotive die Stadt.
Im Handwerksmuseum gibt es einen Laden 'Skvaderboden' wo sich das einzige, 1874 geschossene, ausgestopfte Exemplar dieses einzigartigen Tieres befindet. Es war eine Kreuzung aus Hase und Auerhahn. Unser Foto zeigt ein anderes Exemplar in seinem natürlichen Umfeld.

Mittsommerfeier Die Mittsommerfeier fand zum zweiten Mal ohne uns statt. Der Ort, an dem wir uns befanden, könnte nicht verschlafener sein. Als wir in der Marina ankamen, sass eine kleine, fröhliche Gruppe beim Grillieren am Steg. Sie halfen uns freundlich beim Anlegen. Bald war der Grillanlass vorbei, im Klublokal und im nahe gelegenen Restaurant war kein Mensch mehr anzutreffen. Das nahe gelegene Dorf war wie ausgestorben. Wo um Himmels willen feiern die Schweden Mittsommer?

Mitternachtssonne

Picknick
Picknick

Mitternachtssonne
Mitternachtssonne
Die Gegend um Haparanda ist eine weite, flache Landschaft, mit viel Wald. Etwa 70 km nördlich von Haparanda, bei Aavasaksa am Tornefluss, liegt ein 240 m hoher Berg, von wo aus man eine eindrückliche Rundsicht hat auf die umliegenden Ebenen bis zum fernen Horizont. Hier wollten wir die Mitternachtssonne sehen.
Die letzten 3 Stunden vor Sonnenunter- resp. Sonnenaufgang hätten wir gerne in einem Restaurant bei einem guten Essen verbracht. Leider entsprach die gastronomische Infrastruktur nicht unseren Erwartungen. Im Garten eines geschlossenen Restaurants assen wir deshalb unser Picknick.
Entschädigt wurden wir durch den stimmungsvollen Eindruck der Mitternachtssonne. Getrübt wurde dieses schöne Erlebnis nur durch die vielen Mücken, die während des Wartens und Fotografierens um unsere Köpfte schwirrten und uns stachen.

'Unser Elch'

unser Elch
'Unser Elch'

 

Wir fuhren mit dem Auto durch den Wald. Wie schon öfters warnte uns ein Schild vor Elchen.
Kurze Zeit später entdeckten wir einen 'Elch'. Sofort wurde angehalten, die Kamera gezückt und hinter dem Elch her. Dieser spielte mit uns 'Katz und Maus'. Kaum kamen wir ihm näher, versteckte er sich hinter Büschen, stiegen wir wieder ins Auto, war er sofort wieder auf der Strasse.
Später sahen wir noch ein Muttertier mit ihrem Jungen und noch ein weiteres Tier.
Und ... wie aus dem Bild ersichtlich waren unsere Elche nur ein ganz gewöhnliches Rentier!

Blues- und Jazzfestival

Jazzfestivall
Jazzfestival
Kaum in Schweden angekommen, fanden wir einen Prospekt mit Konzerten. Internationales Jazz- und Bluesfestival in Haparanda - das müsste doch etwas für uns sein!
Da wir beide ganz gerne Blues hören, packten wir die Gelegenheit und besuchten die 'Blues Night'. Wir durften eine uns bisher unbekannte Art Blues erleben. Der Bass war hart und schnell, die Gitarren- und Mundharmonikasoli brillant und virtuos, die Texte - sofern verständlich - recht witzig. Es fehlten leider Saxophon und Klarinette. Und das ganze war laut, laut, laut - jenseits der Schmerzgrenze. Hansruedi bastelte sich Gehörschutz aus Papiertaschentuch und Vreni hielt sich die Ohren zu. So war das Ganze gar nicht schlecht anzuhören.

Der Briefkasten

Toere Briefkasten
Briefkasten
Töre ist der nördlichste Hafen der Ostsee.
Das Besondere hier ist, dass vor dem Hafen eine grosse Tonne mit einem Briefkasten liegt. Mit dem Beiboot ruderten wir zu dieser Tonne, öffneten den Briefkasten und notierten auf einem Formular in einem dicken Ordner unsere Namen und Adresse. Nun sollten wir ein Zertifikat erhalten, das unseren Aufenthalt in Töre bestätigt.
Speziell daran ist, dass jene Segler, die die Seite vor uns ausgefüllt hatten, unsere Freunde von der Amity aus der Schweiz sind, die zwei Tage vor uns in Töre lagen.
Rätsel der Technik

Seit dieser Saison benützen wir den Autopiloten häufiger als früher. Bei guten, regelmässigen Segelbedingungen steuert er mindestens so gut wie wir selbst.
Nur hat er leider seit einiger Zeit eine Unart angenommen, die uns ziemlich stört. Das Problem heisst Wach-Alarm und äussert sich alle vier Minuten als aufdringliches Piepsen. Sobald eine Taste gedrückt wird, ist er dann wieder für kurze Zeit ruhig.

Dieser Alarm soll es nur in Profi-Geräten geben. Wir wissen nicht, durch welche ungewollte Tastenkombination wir ihn aktiviert haben und noch viel weniger wie wir ihn wieder deaktivieren können. In der Bedienungsanleitung fehlt genau dieser Punkt!