Juli 2011  

 

 

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Schöner Sommer

Route

Turku - Parattula (Kustavi) - Uusikaupunki - Kylmäpihlaia (Rauma) - Reposaari (Pori) - Merikarvia - Kristinestad - Vaasa - Rönnholms skärgård - Norrfällsviken - Bönhamn - Häggvik - Lill Luban

Allgemein

Parattula 7

 

Roedklitten 12
Roedklitten 7

 

Hoegbonden 3

Nach drei Wochen Segeln, kreuz und quer durch den Schärengarten von Turku, setzten wir unsere Reise mit dem Ziel Vaasa an der finnischen Westküste fort.
Wir kamen zügig voran und machten oft gute Fahrt bei schönem Wind. Manchmal aber dümpelten wir bei abnehmendem Wind in den trotzdem noch vorhandenen Wellen, was die Segel und unsere Nerven ziemlich strapazierte. Schliesslich wollten wir doch den Motor so wenig wie möglich brauchen. Meistens meinte es Neptun aber gut mit uns.
Fehlte der Wind nutzten wir die Zeit für Wanderungen und Velotouren, was sowieso ein wichtiger Aspekt unserer Reisetätigkeit ist.
Die finnische Westküste gefiel uns sehr gut. Man könnte dort problemlos viel mehr Zeit verbringen, um auch kleinere Ortschaften und Naturhäfen in den Schären zu besuchen.
Die Navigation an der flachen und mit Steinen gespickten Küste ist eine echte Herausforderung.
Wir hatten alle uns bekannten Hafenführer zur Verfügung. Die darin enthaltenen Informationen fanden wir aber teilweise recht dürftig. Erst in Vaasa fanden wir lokale Sportbootkarten im Massstab 1:25'000, die für uns eine grosse Hilfe bedeutet hätten. Leider zu spät! Unsere offiziellen Sportbootkarten sind im Massstab 1:50'000.
An der schwedischen Küste wählten wir viele für uns neue, unbekannte Ortschaften und Naturhäfen zum Übernachten aus.
Wichtiges Ziel war für uns Häggvik, hier wollten wir unbedingt das Tradjazzfestival besuchen.
An der Höga Kusten, dem schönen Welterbegebiet, unternahmen wir einige Wanderungen, Velotouren und einen Ausflug mit dem Touristboot nach Högbonden, wo sich der höchstgelegene Leuchtturm Schwedens befindet.
In Bönhamn und in Lill-Luban trafen wir die CCS-Yacht Sailing Swiss.

Wind und Wetter

Boenhamn 6

 

Veränderlich, von Anfang bis Ende Monat. Trotz vielen Tiefs und einigen Zwischenhochs hatten wir meistens Wind aus der gewünschten Richtung: Süd/Südwest bis wir Vaasa erreichten, Nordost für die Überfahrt nach Schweden.
Dann sorgte ein starkes, grosses Tief über Skandinavien für drei Tage stürmischern Südwind, bevor es gegen Monatsende wieder schwache, drehende Winde gab.
Die Temperaturen waren sommerlich warm mit Spitzenwerten zwischen 25 und 30 Grad. Regen hatten wir kaum.
Ende Monat erlebten wir einen Nebelmorgen, eine in dieser Region typische Situationen mitten im Sommer.

Sommersegeln
Sommersegeln 2

 

Sandstrand von Yyteri

Yyteri Sandstrand 5

 

Der Sandstrand von Yyteri wird als schönster Sandstrand von Finnland bezeichnet. Den wollten wir besuchen und machten uns mit den Fahrrädern auf den 20 km langen Weg von Reposaari nach Yyteri.
Die Hälfte der Strecke war auf einer viel befahrenen Hauptstrasse und nicht sehr angenehm zum Velo fahren. Doch die Reise lohnte sich.
Abseits der Strasse ging es über einen Golfplatz in parkähnlicher Landschaft und durch schöne Fichtenwälder Richtung Strand. Wir wählten einen Fussweg und mussten unsere Fahrräder stellenweise durch den Sand schieben. Der Ausblick von den Dünen auf das im Gegenlicht glitzernde Meer war wirklich einzigartig - fast wie in der Karibik!

Schwierige Geldbeschaffung

Kylmaepihlaia Hafen 1

 

Wir hatten zwar noch einige schwedische Kronen, als wir von Finnland kommend in Schweden einreisten, aber trotzdem ging uns langsam das Bargeld aus.
Die ersten Tage verbrachten wir in einer Ankerbucht und in kleinen Ortschaften, wo es keinen Bankomat gab. Kein Problem, dachten wir.
Aus früheren Erfahrungen wussten wir, dass man in Schweden Einkäufe mit der Kreditkarte bezahlen kann und dabei einen höheren Betrag nennt, um das Rückgeld in bar zu beziehen.
Leider haben sich hier die Randbedingungen verändert. Zum Bezug von Bargeld ist eine schwedische Kreditkarte notwenig, was wir natürlich nicht haben.
Es blieb nicht anderes übrig, als mit Bus oder Velo in die nächste grössere Ortschaft zu fahren, wo es einen Bankomat gab. Hansruedi wählte die sportliche Variante und fuhr in die 17 km entfernte Ortschaft Ullanger, wo sich der nächste Bankomat befand. Das war wohl bis jetzt der längste Weg zur nächsten Bank!

Jazz Festivals

1 Young Talent Showcase
2 Haeggvik Paraden

Als wir in Reposaari in der Nähe von Pori waren, fand dort gerade das grosse, traditionelle Pop- und Jazzfestival mit internationalen Stars wie Elton John, Tom Jones, Martha Reeves, James Hunter statt. Wir besuchten einige der Nachmittag- und frühen Abendsessions und hörten verschiedene, auch junge Gruppen mit zum Teil sehr originellen Sounds.
Vor zwei Jahren waren wir eher zufällig in Häggvik, als dort das regional bekannte Tradjazz-Festival stattfand.
Dieses Jahr war der Besuch des Festivals ein Ziel von uns. Rechtzeitig waren wir in Häggvik um zwei Tage lang den verschiedenen Bands zuzuhören, welche Dixie, New Orleans-Jazz, Blues sowie Country, Blue Grass und Cayun spielten. Wie schon beim letztes Mal waren wir wieder begeistert von den verschiedenen Bands.
GPS-Loch
in Uusikaupunki

Kaum hatten wir Early Bird in der Marina von Uusikaupunki vertäut, ertönte ein Alarm des UKW-Funkgerätes. Ein Seenotfall, dachten wir zuerst und löschten den Alarm. Nach wenigen Minuten ertönte der Alarm erneut.
Beim genaueren Hinschauen stellten wir fest, dass das Funkgerät vom GPS keine Position mehr erhielt und darum den Alarm ausgelöst hatte. Als erstes studierte Hansruedi nun die Betriebsanleitung und kontrollierte die Verbindung zur Antenne, die aber in Ordnung war.
Die Überprüfung der beiden anderen GPS an Bord zeigt noch scheinbar korrekte Position. Erst beim erneuten Einschalten zeigte sich jedoch, dass auch diese keine Position mehr anzeigen konnten. Die Erkundigung bei unseren Bootsnachbarn ergab, dass auch sie das gleiche Problem mit dem GPS hatten.
So ein GPS-Loch in offenem Gelände haben wir in unserem ganzen Seglerleben noch nie erlebt.

Navigation bleibt spannend oder 'Moderne Technik'

 

Skagsudde 1

 

 

Radarreflektor

 

Die finnischen Fahrwasser sind sehr gut bezeichnet mit den verschiedensten Seezeichen. Vom grossen, massiven Leuchtturm geht es über gut sichtbaren, hohen oder niedrigen Konstruktionen mit mehr oder weniger Durchmesser hinunter bis zu Gitterkonstruktionen oder ganz einfachen Metallträgern für Reflektoren oder Leuchtfeuer. Dann gibt es natürlich auch grosse und kleine Tonnen und Bojen sowie Stangen und Pricken, die einen sicher entlang grosse und kleine Fahrwasser leiten. Jedes Zeichen ist in der Seekarte eingetragen und theoretisch leicht zu identifizieren.
Leider sehen die Dinger in der Natur oft sehr unterschiedlich aus. Es gibt Radarreflektoren auf Metallstangen so klein wie diejenigen im Topp eines Segelbootes und solche so gross wie ein mittelgrosser Leuchtturm. Es gibt Leuchtfeuer in schmucken, blendend weissen Türmchen, die man am Tag von weitem sieht und es gibt Leuchtkörper, vielleicht LED, auf schlanken Metallstangen, die man erst sieht, wenn man daran vorbei fährt.
Das sorgt immer wieder für Spannung, wenn die Karte scheinbar nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt.
Aber warum ist das für uns ein Thema? Ist es im Zeitalter von Plotter und elektronischen Seekarten vielleicht nicht mehr wichtig, dass man Leuchtfeuer auch als Tagesmarken erkennen und zum Navigieren brauchen kann und somit den Standort und Kurs in der Natur bestätigen kann anstatt auf dem Plotter?

LF Modern LF Sydostbrotten 2 Reposaari LF Merimesta 3
Modernes
Leuchtfeuer
Sydostbrotten Reposaari