Juni 2011  

 

 

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Viel Sonne und warme Temperaturen!

Route

Riga - Ruhnu - Kuressaare - Lounaranna Sadam - Haapsalu - Dirhami - Hanko - Keyserhamn - Airisto - Turku - Nagu - Näsby - Stenskär - Rosala (Nötholm) - Utö - Kökar (Helsö) - Degerby - Seglinge - Husö - Sottunga - Verkan - Turku

Allgemein

 

Riga Aussicht von Sv Petra basnica


Ruhnu altes Feuerwehrauto


Hanko Flaggen 1

 

 

 

 

Mit der Ankunft in Riga erreichten wir ein für uns wichtiges Etappenziel.
Schon vor zwei Jahren wollten wir die baltischen Länder besuchen. Damals änderten wir wegen den ungünstigen Winden, als wir an der polnischen Küste nach Nordosten segeln wollten, unsere Route. Leider lag Polen jetzt wieder nicht am Weg und so müssen wir den Besuch der Stadt Danzig auf später verschieben.
In Riga nahmen wir uns einige Tage Zeit, um den Ort mit seiner schönen Altstadt und den vielen Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
Auf unserem Weg nach Norden besuchten wir als nächstes Ruhnu, die südlichste Insel von Estland. Dort scheint die Zeit seit Jahrzehnten stehen geblieben zu sein. Ein verschlafenes Dorf und wenige Touristen geniessen die friedliche Ruhe in unberührter Natur.
Lebhafter, aber trotzdem angenehm ruhig pulsiert der Alltag in den traditionsreichen Seebadeorten Kuressaare und Haapsaalu.
Recht schnell ging es weiter über den finnischen Meerbusen nach Hanko, dem südwestlichsten Hafen auf dem finnischen Festland. Nun kreuzten wir wieder in uns bekannten Gewässern nach Turku, wo wir Early Bird und uns für den Empfang unserer Freunde vorbereiteten. Gemeinsam wollten wir in den folgenden zwei Wochen im Turku Archipel segeln. Dabei besuchten wir vor allem Inseln und Schären, die auch für uns Neuland waren.
Wir konnten einige super Segeltage geniessen, aber die im Mai ausgezeichnete Bilanz der Segel- und Motorstunden verschlechterte sich leider stark.
Das Einhalten eines Törnplanes hat seinen Preis. Bei Schwachwind dümpelten wir stundenlang, bei Wind von vorne, wenn andere Segler gegen den Wind motorten, kreuzten wir hart arbeitend, denn das Wenden mit Genua (grosses Vorsegel) ist ein Fitnesstraining. Um weniger Diesel zu verbrauchen haben wir auch laufend die Tagesetappen angepasst.

Wind und Wetter

Ein beständiges Hoch über Russland sorgte für fast 14 Tage Sommer mit warmen Temperaturen und teils schwachen bis frischen Winden aus der für uns richtigen Richtung.
In der zweiten Monatshälfte waren Wind und Wetter veränderlich als Folge von einigen Tiefs, die über Skandinavien nach Nordosten oder Norden zogen.
Ein starkes Tief brachte auf seinem Weg von der südöstlichen Ostsee bis zum Bottnischen Meerbusen Sturmwinde. Am 30. Juni verbreitete Turku Radio zum ersten Mal für uns dieses Jahr eine Sturmwarnung mit Gewittern. Betroffen waren wir aber nicht. Am gleichen Tag stiegen die Temperaturen über 30 Grad.

Ölwechsel mit Folgen In Riga war wieder einmal ein Ölwechsel fällig, den Hans-ruedi mit immer mehr Routine zügig durchführte. Gleichzeitig wurde auch der Ölfilter ausgewechselt.
Beim Lösen des Filters geschah ein Missgeschick: Der Schlüssel rutschte von der Schraube und machte für einen Sekundenbruchteil Kontakt zwischen Anlasser und Masse. Ein Kurzschluss: es klickte im Sicherungskasten und es gab einen Funken.
Dann musste noch schnell ein loses Kabel an der Lichtmaschine befestigt werden. Nochmals funkte es kurz. Hansruedi hatte vergessen, die Batterie abzuschalten!
Nach dem Ölwechsel wollte Hansruedi den Motor probeweise starten und staunte nicht schlecht, als sich nichts mehr bewegte. Was war passiert? Was ging durch das Missgeschick kaputt? Vielleicht der Anlasser oder die Lichtmaschine? Oder nur eine Sicherung? Und wenn ja, welche? Hansruedi war mit seinem Latein am Ende und suchte telefonischen Rat bei einem Freund in der Schweiz. Mit den guten Ratschlägen ging die Fehlersuche weiter. Doch dann musste ein Elektriker helfen. Seine Diagnose: die Batterie!
Mit der freundlichen Unterstützung des Hafenmeisters wurde noch am gleichen Tag eine neue Batterie aufgetrieben und eingebaut. Und siehe da - der Motor startete wieder einwandfrei.
Die Frage bleibt, ob das Missgeschick der Auslöser war oder ob die Batterie sowieso den Geist wegen Altersschwäche, aufgegeben hätte. Auf jeden Fall wird Hansruedi in Zukunft den Strom abschalten, bevor er an der elektrischen Installation hantiert!
Velofahren in Riga

Velofahrer sind auch Fussgänger. So könnte man es auf den Punkt bringen. Die Mehrzahl der Velofahrer fahren auf den Trottoir und in Fussgängerbereichen. Nur Lebensmüde wagen sich in den Strom der schnellen, eher rücksichtslosen Autos. Es gibt auch Radwege, aber die sind eher selten. Das macht das Velofahren zu einer Sportart zwischen Trial und Cross. Immer bereit zum Ausweichen gegenüber den unberechenbaren Fussgängern und andern Velofahrern. Bei jeder Kreuzung Fahrt wegnehmen, um vom Randstein herunter oder hinauf zu fahren, da es keine Rollstuhlrampe gibt. Dann sich vorsichtig zwischen Bauabschrankungen durchschlängeln, grossen Steinen im Kopfsteinpflaster ausweichen und nicht zuletzt aufpassen, um nicht in grossen Löchern zu landen.

a-Riga Aussicht 3 b-Riga Domplatz 10 c-Riga Vansu Bruecke Swedbank Samsung d-Riga Markt 4 e-Riga Markt 10
Aussicht Domplatz Vansu
Brücke

Markt Markt

 

Ruhnu

Dirhami Spithami Veloweg

 

Die 6 km lange und 4 km breite Insel Ruhnu wollten wir mit unseren Velos in ihrer ganzen Grösse erkunden. Zuerst ging es auf einer geteerten Strasse in das etwa 3 km entfernte Dorf. Ab dem Dorfkern fuhren wir auf Kiessträsschen weiter Richtung Norden. Die Strasse wurde immer schlechter. Bald war es nur noch eine aufgeweichte Forststrasse mit tiefen Spuren von schweren Traktoren und mit sandigen Abschnitten, wo wir mit unseren Velos stecken blieben. Je langsamer wir voran kamen, desto aggressiver wurden die Millionen von Mücken, die uns umschwirrten. Bald gaben wir entnervt auf und kehrten hastig um. Wir machten noch ein paar Fotos von der 1644 erbauten, ältesten noch erhaltenen Holzkirche Estlands und von den alten Fahrzeugen und verrosteten Baumaschinen, die im Wald entsorgt wurden.

Lounaranna
58°31'19,7 N
23°19'23,6 E

 

Ursprünglich hatten wir geplant von Kuressaare aus Koiguste, an der Südostküste der Insel Saaremaa anzulaufen. Da das Eis diesen Hafen beschädigt hatte, wurde uns vom netten Hafenmeister von Kuressaare den Hafen Lounaranna Sadam auf der Insel Muhu empfohlen. Ein neuer Hafen für Schiffe von bis 16 m Länge!
Wie in Estland üblich, wurde wir vom Hafenmeister auf der Mole empfangen. Nachdem wir festgemacht hatten, war das erste Becken der kleinen Marina durch Early Bird ausgefüllt!
Der Hafen ist sehr klein (für ca. 10 Schiffe bis 10 m) und hat eine Tiefe von 1.8 - 2 m.

Naantali

Naantali hätten wir sehr gerne mit unserem Schiff besucht. Aber Brücken und Kabel mit 16 bis 17 m Durchfahrtshöhe machten dies für uns unmöglich. Von Turku aus fahren Busse und Schiffe nach Naantali.
Wir zogen es vor, die Strecke von 20 km mit dem Velo zu bewältigen. Es gibt einen gepflegten, gut beschilderten Radweg. Die Navigation wäre ganz einfach gewesen, wenn kurz vor Naantali nicht ein Stadtteil angezeigt worden wäre, den wir auf der Karte nicht finden konnten: Keskusta - wir wollten nicht nach Keskusta, wir wollten doch nach Naantali. Mit kleinem Umweg fanden wir doch noch die Stadt.
Erst auf dem Rückweg nach Turku löste sich das Rätsel dank eines zweisprachigen Wegweisers: Keskusta heisst Zentrum!
In Naantali gefielen die blumengeschmückte Strandpromenade mit den Restaurants und die Seitenstrassen mit gut erhaltenen Holzhäusern.
Besonders erwähnenswert ist der kleine, feine maritime Antiquitätenladen, den eine holländisch-finnische Dame als Hobby und Sommerjob führt.

a-Naantali Loustarikirkko 2
b-Naantali 3
c-Naantali maritime Antiquitaeten 1

Mittsommerfeier
auf Utö

a-Utoe Middsommar Maibaum stellen 1
b-Utoe Middsommar Verkuendung

 

Endlich sollte es uns einmal gelingen, das Mittsommernachtsfest in Finnland authentisch und hautnah mitzuerleben. Entgegen unserer Annahme fand es nicht am letzten Freitag vor dem 21. Juni, sondern erst eine Woche später, am Freitag, den 24. Juni statt.
Wir trafen rechtzeitig auf der Insel ein. Im Havshotel Utö gab es zur Feier des Tages ein reichhaltiges Büffet mit einheimischen Spezialitäten wie geräuchertem Lachs, eingelegten Ostseeheringen, Salaten und vielem mehr. Dort erfuhren wir, dass um 20.30 Uhr der Maibaum aufgestellt und die Feier beginnen würde.
Zusammen mit vielen anderen spazierten wir zum Hügel, wo der Maibaum zum Aufstellen bereit am Boden lag. Pünktlich zur angesagten Zeit richteten drei Männer mit vereinten Kräften den Baum auf und die Anwesenden applaudierten. Einer von diesen Männern formte seine Hände zu einem Sprachtrichter und sagte einige Worte, die wir leider nicht verstanden. Die Leute wünschten sich gegenseitig 'trevlig midsommar' und langsam leerte sich der Platz wieder. War das nun die berühmte Mittsommerfeier?
Für uns war damit die erste finnische Mittsommerfeier zuende. Erst später hörten wir aus einem Gebäude Musik erklingen. Ob das aber eine private oder eine öffentliche Feier war, wussten wir nicht.
Husö
die verbotene Insel

Wir wählten die Insel Husö aus, um uns an einem Flautentag in die richtige Ausgangslage für den folgenden Segeltag zu bringen. Gemäss Gästehafenführer 2008 ein Platz mit fast allen Dienstleistungen an einer Kreuzung von 2 beliebten Segelrouten. Also ein idealer Platz für unseren Plan.
Bei der Ansteuerung fiel uns auf, dass kein anderes Schiff weder den Hafen verliess noch ihn ansteuerte. Der Steg war leer, verlassen. Wir fuhren weiter, sahen am Ende des Steges ein kleines gelbes Schild, konnten aber aus der Distanz nichts lesen.
Die Heckbojen, die auf dem Foto im Hafenführer schön rot leuchteten, existierten nicht. Aus der Ferne rief uns jemand zu: it's closed - det är stängt. Wir wollten weder hören noch verstehen und machten am Steg fest.
Ausserhalb der Saison sind viele Häfen geschlossen und man kann trotzdem ungestraft festmachen. Zudem gibt es auch noch andere Gründe, warum ein Hafen nicht in Betrieb ist. Wir brauchen auch keine Infrastruktur und hinterlassen keinen Dreck.
Als nach einiger Zeit ein Auto auftauchte, lang hupte und uns jemand das Gleiche wie vorher wieder zurief, überlegten wir es uns anders. Hansruedi wollte mit der Person reden und machte sich auf den Weg. An der Wurzel des Stegs wurde alles klar. Dort war mit Leuchtfarbe aufgesprayt: STOP - PRIVAT. Diese Grenze durften wir nicht überschreiten. Wir bliesen zum Rückzug und verliessen die Insel. Zu gerne hätten wir die Beweggründe des Eigentümers gekannt, den Steg stillzulegen.

a-Husoe 7
b-Husoe 1
c-Husoe 3

Wer hat's erfunden ?

a-Turku mittelalterl Markt Walliserbrot 1
b-Turku mittelalterl Markt Walliserbrot 2

In Turku war Mittelalterlicher Markt mit unzähligen Verkaufsständen. Lebensmittel und viele handwerkliche Produkte wurden hier angeboten.
An einem Stand wurden verschienene, speziell finnische Brote verkauft.
Von jeder Brotsorte gab es kleine Stücke zum degustieren. Als Spezialität wurde ein dunkles Roggenbrot angepriesen. Wir probierten - diese finnische Spezialität war absolut identisch mit unserem Walliser Roggenbrot!

a-Turku mittelalterl Markt 21
b-Turku mittelalterl Markt 2
c-Turku mittelalterl Markt 10
d-Turku mittelalterl Markt 14
e-Turku mittelalterl Markt 8