September 2011  

 

 

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Nach Fehmarn ins Winterlager

Route

Kristianopel - Karlskrona - Ystad - Vitte (Hiddensee) - Burgstaaken (Fehmarn)

Allgemein

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Wie die wenigen Etappenorte unserer Route vermuten lässt, zog es uns im September immer schneller Richtung Süden und Richtung Winterlager.
Die Grosswetterlage bescherte uns für die letzten zwei Etappen starken Südwestwind, Wind aus genau jener Richtung, in die wir segeln wollten. Dank den heutzutage zur Verfügung stehenden mittel- und langfristigen Windvorhersagen wussten wir fast zwei Wochen im voraus, dass es zwischen zwei Tiefs ein kurzes Zeitfenster mit, für uns, guten Winden gab, um Burgstaaken zu erreichen. Anschliessend sollte sich dann wieder starker Gegenwind einstellen.
So segelten wir auf direktem Weg nach Burgstaaken.
Mit Ausnahme der letzten Etappe, die wir hauptsächlich unter Motor zurücklegten, erlebten wir noch schöne, lange und anspruchsvolle Segeltage. Abgesehen von ein paar Stunden in Dunst und Nebel, sorgte meistens viel Sonnenschein und wenig Bewölkung für gute Laune an Bord.
In Burgstaaken angekommen, begannen wir mit den Vorbereitungen zum Auswassern (Segel abschlagen, Wassertanks leeren, Mast vorbereiten zum Legen...). Kaum aus dem Wasser, nutzten wir das gute Wetter und erledigten auch noch einige Pflege- und Unterhaltsarbeiten, wie z.B. Rumpf polieren und das Deck neu streichen.
Auch wurden Reparaturen von Segel, Rigg und anderer Ausrüstung in Auftrag gegeben.
Am 19.September reisten wir in einem voll beladenen Mietauto zurück in die Schweiz. Wir hatten den goldenen Herbst mit dabei und genossen ihn im Garten und auf Bergwanderungen im schönen Berner Oberland.

Wind und Wetter

Axmar Brygga Sonnenaufgang 3

Hochdruck über Europa und Tiefs, die über Skandinavien nach Nordosten zogen, bewirkten über Mitteleuropa Spätsommerwetter und in der südlichen Ostsee Herbststürme. Das bedeutete für uns starker bis stürmischer Südwest- bis Westwind. Also genau aus der Richtung in die wir segeln wollten.
Dazwischen gab es kurze Unterbrüche mit schwachen bis mässigen Winden aus südlichen Richtungen. Die Temperaturen sanken in der Nacht unter 10 Grad, am Tag erreichten sie noch ca. 15 Grad. Es gab auch einige Regentage
.

Frust bei Sandhammeren

Suedschweden

 

Das Umrunden der Landzunge Sandhammeren im Süden von Schweden sorgte ein weiteres mal für mehr Frust als Lust. Von Karlskrona her kamen wir mit schönem Ostwind flott voran. Später sollte der Wind nach Südosten drehen und gleichzeitig auffrischen. Super, gemäss Prognose das ideale Segelwetter mit Wind aus der richtigen Richtung!
Doch zu früh gefreut: etwa 5 Meilen vor Sandhammeren stellte der Wind allmählich ab. SY Early Bird stampfte in den Wellen und machte kaum Fahrt. Da wir befürchteten, dass der Starkwind aus Südost für uns zu früh einsetzen würde, rundeten wir Sandhammeren unter Motor.
Anschliessend versuchten wir mit Kurs West wieder zu segeln, doch wir kamen einfach nicht voran. Fast ohne Fahrt schaukelten wir bei wenig Wind in den Wellen. Die Segel schlugen erbärmlich und nerventötend. Um sie zu schonen, starteten wir wieder den Motor. Erst kurz vor Ystad frischte der Wind dann doch noch auf, so dass wir die letzten drei Meilen wieder segeln konnten.
Dies war nicht das erste Erlebnis dieser Art bei Sandhammeren. Vor drei Jahren dümpelten wir ähnlich in dieser Gegend und in diesem Frühling mussten wir auf dem Weg nach Osten bei Sandhammeren sogar umkehren und in Ystad auf bessere Bedingungen warten, da der Wind zu früh auf Südost drehte und zu stark blies.
Unser Frust war diesmal umso grösser, als Freunde von uns, die rund drei Stunden vor uns Sandhammeren rundeten, noch beste Segelbedingungen hatten.

Warten auf das Zeitfenster

Ystad Marina
Ystad Meer

 

Ysatd 26
Ystad 6
Ystad  
Schon auf der Etappe von Karlskrona nach Ystad war absehbar, dass wir wegen dem zu erwartenden Starkwind einige Tage in Ystad bleiben würden, bis wir weiter segeln konnten.
Das war nicht schlimm, denn in Ystad gefällt es uns immer wieder. Die malerische Altstadt lädt zu Spaziergängen und zum Flanieren ein.
Etwas war dieses Mal allerdings anders: wegen des windigen und teilweise nassen Wetters hatten wir keine Lust, die Fahrräder auszuladen.
In der Marina lagen noch andere Segler in der gleichen Situation wie wir waren. Alle warteten auf bessere Bedingungen für die Weiterreise. Dabei kam man miteinander ins Gespräch und erfuhr viel Interessantes über die Reisen und Erfahrungen der andern Segler.
Nach vier Tagen begann sich der Hafen langsam zu leeren. Einige wollten oder konnten nicht mehr länger warten und machten sich vor uns auf den mühsamen Weg gegen Wind und Wellen.

'Umleitung' oder Nachtessen in Vitte (Hiddensee)

Hiddensee Vitte 1

 

 

Nach fünf Tagen warten in Ystad hatten auch wir genug und wollten weiter. Der Wind hatte von Südwest auf Westnordwest gedreht. Zwar hatten die Meteorologen Nordwest angesagt, leider hielt sich der Wind nicht ganz an diese Prognose.
Vielleicht dreht er ja noch ein wenig zu unseren Gunsten, hofften wir. Es war eine Wellenhöhe von einem Meter angesagt, Tendenz abnehmend.
Bei Windstärke 4 - 5 Bft kamen wir flott voran, leider nicht ganz in die gewünschte Richtung. Den Kurs von Ystad nach Gedser konnten wir nicht halten. Die Wellen waren eher höher als angesagt und wollten einfach nicht abnehmen. Die Bedingungen waren eigentlich nicht schlecht, aber etwas mühsam war die Stampferei hoch am Wind schon. Nach sechs Stunden hatten wir zwar mehr als die Hälfte der Distanz Ystad-Gedser hinter uns, würden aber weit am Ziel vorbei segeln, denn der Wind hatte auf West gedreht.
Eine Standortbestimmung ergab: noch 30 Meilen bis Klintholm, 40 Meilen bis Gedser, beide Ziele nur mit Kreuzen erreichbar (was beinahe die doppelte Distanz bedeutet), und nur 24 Meilen bis Hiddensee.
Wir waren uns sofort einig, nach Vitte auf Hiddensee zu segeln, um noch vor Einbruch der Nacht in einem Hafen anzukommen.

Nach gut 60 anstrengenden Meilen leisteten wir uns dann ein vorzügliches Nachtessen in einem der gemütlichen Beizlis in Vitte.

Taboulé

 

In unseren Vorräten an Bord hatten wir auch Couscous. Da wir regelmässig Hirse kochen war für Vreni klar - Couscous adäquat zuzubereiten.
Als wir über das Essen unterwegs diskutierten, erhielten wir von
Maric den guten Tipp Taboulé zu machen - nichts einfacher als das: Couscous eine halbe Stunde in kalten Wasser einweichen, Salatsauce machen und dann viel frisches Gemüse (Karotten, Gurke, Tomaten, Zwiebeln,...) und ein gekochtes Ei dazugeben.
Ein einfaches Mahl, schnell zubereitet und schmackhaft. Wir haben nun bereits mehrere Päckli Couscous und Bulgur so verarbeitet!

Besuch von Sissi

HR und Sissi 2
 

Unsere Freunde Markus und Maric haben einen Dackel, der mit ihnen unterwegs ist.
Da
Hunde nicht überall erwünscht sind, haben wir uns anerboten Sissi zu hüten.
Nach einigen kritischen Runden durch unser Schiff hat sich Sissi dann bei Hansruedi absolut wohl gefühlt.

Rückblick Saison 2011

HR am Yyteri Sandstrand 2

 

ss4 Crew

 

Yyteri Sandstrand 7

 

Haeggvik Real Stompers 1

 

Wir erlebten einen wunderschönen Sommer mit warmem und trockenem Wetter. Regentage waren selten, erst im September wurde es nässer und kälter.

Die Winde waren meistens aus der für uns richtigen Richtung. Bis Ventspils (Lettland) konnten wir über 90 % segeln. Ab Juni mussten wir wegen fehlenden Winden teilweise längere Strecken motoren. Gleichzeitig mit weniger Wind kam aber der Sommer mit Temperaturen bis 30 Grad C.

Schon lange war unser Ziel der Besuch der baltischen Staaten. Dieses Jahr führte unsere Reise via Schweden nach Lettland und Estland, dann weiter bis nach Vasa (Finnland) und via Schweden zurück nach Fehmarn. Die kürzeste Etappe betrug 3 sm, die längste 99 sm.

Wir besuchten mehrere grosse Städte und lagen oft vor Anker oder vertäuten SY Early Bird am Felsen.

Unterwegs trafen wir wieder viele interessante Leute. Super war die Zeiten als wir Freunde aus der Schweiz an Bord hatten und als wir parallel mit anderen Schiffen unterwegs waren - 2 Wochen begleitete uns die 'Sailing Swiss III' und rund einen Monat waren wir gemeinsam mit der 'Marica' unterwegs.

Ganz spezielle Erlebnisse waren der Besuch des Sandstrands von Yyteri (wie in der Karibik nur auf über 60 Grad N) und das Beobachten der Robben vor Ägön (nur durch den Feldstecher, daher gibt es auch keine Fotos).

Kulturelle Höhepunkte waren die Besuche des Pop- und Jazzfestival in Pori und des Tradjazz-Festival in Häggvik.