Mai 2012  

 

 

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Wohin der Wind uns weht!

 

Törnplanung

 

Unsere Erlebnisse im Mai

  • Verzögerungen durch technische Probleme
  • ungünstige Wetterlage mit extremeren Wetterbedingungen (Starkwind und Stürme)
  • tiefe Temperaturen
  • Vrenis Empfindlichkeit bei extremen Segelbedingungen
  • Hansruedi Angespanntheit in extremen Situationen

beschäftigten uns sehr. Wieviel wollen und können wir uns zumuten?

Was den Törnplan betrifft, so wollten wir noch einmal nach Estland und Finnland, dann zu den Aland-Inseln und zurück über die schwedische Ostküste nach Fehmarn.
Doch es sollte anders kommen. Die oben erwähnten Gründe führten zu Diskussionen über unsere seglerische Zukunft ganz generell.

Die jüngsten Erlebnisse bewirkten aber auch eine gewisse Gelassenheit und die Fähigkeit, die Sachen so zu akzeptieren, wie sie sind.

Als erstes segeln wir nun statt an Schwedens Ostküste and der Westküste von Schweden.

Route

Burgstaaken (Fehmarn) - Gedser (DK) - Gislövs Läge (Trelleborg/SE) - Höllvik (Falsterbokanal) - Limhamn (Malmö) - Landskrona - Raa (Helsingborg) - Mölle - Hallands Väderö - Grötvik (Halmstad)

Allgemein

a-V am Malen vor Einwassern
b-EB am Arbeitsplatz 6


EB 2


Kartenplotter

Den 1. Mai als Reisetag zu wählen, war eine gute Idee. Da keine Lastwagen unterwegs waren und auch sonst nicht besonders viel Verkehr herrschte, erreichten wir problemlos unseren Übernachtungsort Bad Fallingbostel nördlich von Hannover. Am folgenden Tag kamen wir in der Region von Hamburg doch noch in einen Stau von mehreren Kilometern. Es war wieder der normale Alltag auf den deutschen Autobahnen.
In Burgstaaken angekommen, begannen wir gleich mit den Vorbereitungen für die kommende Saison. Vier Tage nach unserer Ankunft wollten wir einwassern. Dann sollte auch unser Freund Peter anreisen, um uns bei gewissen Arbeiten zu helfen und uns eine Zeit lang auf dem Schiff zu begleiten. Letzteres verwirklichte sich leider aus gesundheitlichen Gründen nicht.
Da wir bereits im letzten Herbst den Rumpf poliert und das Deck gestrichen hatten, konnten wir uns nun um andere Sachen kümmern. Wichtige Punkte waren die Erneuerung des Unterwasseranstrichs, der Einbau eines Kartenplotters mit elektronischen Seekarten, die Verbesserung des UKW-Funkempfangs und die Befestigung des neuen Dingis samt UV-Schutz auf dem Vorschiff.

Wind und Wetter

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Das Wetter im Mai war sehr unterschiedlich. Während rund einem Drittel des Monats hatten wir Starkwind, so dass wir lieber im Hafen blieben.

Die Wetterlage war lange Zeit stabil. In der ersten Monatshälfte sorgten Tiefs über Skandinavien und Hochdruck über Europa für starke bis stürmische westliche Winde. Anschliessend änderten sich die Bedingungen um 180 Grad. Ein beständiges Hoch über dem Polarmeer, resp. Skandinavien und Tiefdruck im Süden bewirkten mässige bis starken Winde aus Ost bis Nordost. Gegen Monatsende verflachten sich die Druckunterschiede in unserem Gebiet und ergab schwache, drehende Winde und Flauten. Zum Monatswechsel sorgte dann ein ausgedehntes Tief über Skandinavien nochmals für starke bis stürmische Winde aus West bis Nordwest.
Die Temperaturen waren zum Teil bei über 20 Grad vorsommerlich warm, Ende Monat aber wieder um kalte 12 Grad herum.

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Grötvik bei Halmstad
(Rundumsicht beim Hafen)

Schrecksekunden vor Gislövs Läge

Gisloevs Laege Hafen 1

 

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Nach einem langen, harten Segeltag von Gedser nach Gislövs Läge erschraken wir nicht schlecht, als unser bislang so zuverlässiger Motor nach einem einzigen, kurzen Startversuch nicht ansprang.
Es sollte doch nicht sein, dass stundenlange, starke Krängung (25 bis 30 Grad) und ständiges Auf und Ab in den Wellen dem Motor nicht gut bekam.
Ein zweiter und ein dritter Versuch - nichts ging mehr!
Schnell gehen viele Gedanken durch den Kopf: Was tun? Brauchen wir Hilfe oder kommen wir allein zurecht? Sollen wir Schlepphilfe anfordern? Können wir in den Hafen segeln ohne unser Schiff oder andere zu gefährden? Gibt es einen anderen Hafen in der Nähe, der unter Segel leichter anzulaufen wäre?
Da wir den Hafen von früher her kannten, entschlossen wir uns, Gislövs Läge unter Segel anzusteuern.
Mit fast eingerolltem Vorsegel glitten wir ab der Einfahrt langsam an den vorgesehen Platz. Ein anderer Segler hatte uns beobachtet und kam zu Hilfe.
Bevor Hansruedi die Möglichkeit hatte, das Schiff sanft abzustoppen, stoppte er uns.
Das Manöver war etwas abrupt und Early Bird kam mit einem Knall zum Stillstand. Der Knall kam zum Glück nur von einem geplatzten Fender. Schiff und Steg nahmen keinen Schaden.

Wasser in den Zylindern

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defekte 250A Sicherung

 

 

Es war Mittwoch vor Auffahrt. Technische Hilfe zu finden, war unmöglich. Viele Schweden hatten eine Woche Ferien oder nahmen wenigsten noch den Freitag frei und machten ein langes Wochenende.
Am Telefon erhielt Hansruedi den Tipp, es könnte Wasser in den Zylindern sein. Die Ölstandkontrolle war noch normal. Ein anderer Mechaniker instruierte Hansruedi, wie er das Wasser heraus bekommen könne: Die Lüftungsschrauben auf den Zylindern lösen und den Motor starten. Es gelang, und der Motor lief wieder.
Doch nun war Wasser im Motorenöl und bildete eine zähflüssige Emulsion. Nach zwei Ölwechseln war das Öl klar und der Motor lief wieder normal.
In der Folge ersetzte Hansruedi auch noch das Belüftungsventil am Auspuff, welches das Problem verursacht haben könnte.

Schwedisch Gastfreundschaft

Jan und Timon 2

 

Unsere Stimmung in Gislövs Läge war etwas gedämpft. Was tun mit unserem Motor - wir sassen im Schiff und diskutierten als plötzlich ein netter Herr mit einer Schweizer Mütze und einem grossen Hund zu uns ans Schiff trat.
Nachdem er sich vorgestellt hatte - Jan, der 46 Jahre in der Schweiz gearbeitet hat - bot er uns spontan seine Hilfe an. Wenn er uns nicht direkt helfen könne, so möchte er uns doch zu sich nach Hause einladen.
So wurde wir von Jan zu einem feinen Rhabarberkuchen mit Pistazienglace und an einem anderen Tag zu einem Fondue mit echtem Schweizerkäse und Schweizerbrot eingeladen.
Herzlichen Dank Jan, wir haben deine Einladungen sehr genossen!

 

Mölle:
Vor- und Nachteil eines populären Hafens

 

Moelle Dorf Moelle leer 2
Mölle mit leerem Hafen


Bisher hatten wir noch nie Probleme, einen geeigneten Hafenplatz zu finden. Es war auch noch nicht Hochsaison und somit war noch wenig Segelvolk unterwegs.
In Mölle war aber alles ganz anders!
Weil Pfingstmontag in Dänemark ein Feiertag ist, war der Hafen schon am frühen Sonntagnachmittag voll belegt mit Dänischen Schiffen. Als viertes Boot mussten wir längsseits ins 'Päckli' gehen. Später legte sich dann auch noch ein fünftes Boot neben uns.

Legen sich Schiffe nebeneinander ins 'Päckli' gelten folgende Spielregeln:
- Die Innen-Liegenden sagen, wann sie ablegen wollen.
- Um an Land zu kommen klettert man von Schiff zu Schiff.
- Die Schiffe werden auf dem Vorschiff überquert.

Es war sonnig und windstill. Ein geeigneter Tag für eine Velotour. Aber auch wir blieben, wie fast alle anderen Segler an diesem wunderschönen Nachmittag auf dem Schiff und harrten der Dinge, die da kommen würden.
Am Montag leerte sich der Hafen, wir wollten jedoch noch länger in Mölle bleiben, um die schöne Umgebung anzuschauen.
Eines der ersten Schiffe, das aus dem 'Päckli' weg musste waren wir. So suchten wir uns einen Platz zum Warten. Warten auf einen geeigneten Platz zwischen den Pfählen.
Am späteren Vormittag wurde unser neuer Platz frei. So konnten wir uns trotz schönstem Wetter erst um die Mittagszeit in die Sättel schwingen und los fahren.

Viel mit dem Velo unterwegs

HR 2 HR1
Hansruedi

Hallands Vaederoe Sandhamn 2

Die vielen Tage in den Häfen nutzten wir, um die Umgebung mit dem Velo zu erkunden.
Wir lagen meistens nicht in den teuren städtischen Marinas, sondern in günstigeren Anlagen in den Vororten der Grossstädte. Nur schon die Fahrten zum Einkaufen oder die Suche nach Ersatzteilen waren Teil unseres Fitnessprogramms.
Dazu kamen Velotouren in die wunderschönen Naherholungs- und Naturschutzgebiete der Region. Besonders gefallen hat uns Kullaberg mit dem Leuchtturm über den schroffen Felsklippen und den ausgedehnten Buchen-, Eichen- und Birkenwäldern auf dem Rücken des Hügelzugs. Ebenso schön war die Fahrt auf dem Prins Bertils Stig entlang der Küste von Halmstad nach Tylösand.
Unvergesslich bleibt auch der Spaziergang auf Hallands Väderö von unserem Ankerplatz im Südwesten der Insel zum Anleger für das Touristenboot im Nordosten. Traumhaft schön empfanden wir den Naturhafen Sandhamn, wo leider für Freizeitboote ein Ankerverbot gilt.

Feuerwerk an Bord Dass billige 'Made in ..' Elektrogeräte möglicherweise das wenige Geld, das sie kosten, nicht immer wert sind, mussten wir auf spektakuläre Art und Weise erfahren.
Eines Tages stellte unser kleiner 900 W-Wasserkocher während des Heizvorgangs einfach ab. Wird wohl ein Wackelkontakt sein, sagte Hansruedi und bewegte das Elektrokabel ein wenig.
Bei der ersten Berührung dann ein Knall, ein Funken, Rauch und Gestank. Erschrocken liess Hansruedi das Gerät los.
Wir hatten keinen Strom mehr an Bord. Die Sicherungen waren durchgebrannt. Und zwar nicht nur auf dem Schiff, sondern sogar der FI-Schutz auf dem Steg. Wir hatten Glück, dass der Zwischenfall so glimpflich ablief.

So sind sie!

In der Waschküche der Marina von Gedser steht ein Bildschirm - Touchscreen mit verschiedenen Infoapplikationen - genial wenn man auf das Programmende der Waschmaschine warten muss.
Während des Wartens informierte sich Vreni über Wind und Wetter, Touristisches aus der Region, etc.
Nachteil dieser Applikationen war einzig das Fehlen des Buttons 'zurück'. Um in ein anderes Informationsprogramm zu wechseln, musste jeweils einige Minuten gewartet werden. Irgendwo hatte sie sicher etwas übersehen - intensiv wurde nach einer anderen Möglichkeit des 'Zurück's' gesucht.

Nun kam ein Mann in die Waschküche, guckte ihr über die Schulter und fragte, was sie mache. Das Problem wurde ihm erklärt - "Moment, ich helfe ihnen" war sein Kommentar, schaute auf dem Bildschirm, nahm die Maus in die Hand , versuchte die entsprechende Funktion zu finden. Nach kurzer Zeit sein Kommentar "sorry, da müssen sie selber weitersuchen!" und verlies die Waschküche.

Meistens ist der Mann am Steuer eines Schiffs. Als Vreni das Manöver im Hafen von Grötvik das Manöver fuhr, kam ein Mann zu ihr mit dem Kommentar: 'dass er (Hansruedi) sie fahren lässt'!