August 2012  

 

 

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Wieder in der Schweiz

Wieder in der Schweiz

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Hünibach        
Sulwald        

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Dieses Jahr - mehr als je zuvor - machten wir uns Gedanken über unser Langzeitsegeln. Wir haben unsere im Monatsbericht Mai erwähnten Überlegungen und Gespräche über unser Segeln weiter geführt und sind zum Schluss gekommen, das Langzeitsegeln auf eigenem Kiel aufzugeben und unsere SY Early Bird zu verkaufen.
Das heisst nicht, dass wir das Segeln ganz aufgeben werden. Wir sehen viele Möglichkeiten, unser Hobby weiter zu pflegen, sei es auf unserem Drachen am Thunersee, als Charterer, als zahlender Gast oder als arbeitende 'Hand gegen Koje' auf den Weltmeeren.
Nach acht Jahren, mit bis zu 9 Monaten langen Abwesenheiten, möchten wir auch wieder einmal einen Sommer in der Schweiz und die Früchte unserer Arbeit im eigenen Garten geniessen.
Das Reisen werden wir definitiv noch nicht aufgeben. Abgesehen vom Schiff gibt es noch andere Fortbewegungsmittel: z. B. Wohnmobil, Velo, Kanu oder Wanderschuhe.

Route

Halden/NO - Krokstrand/Idefjorden - Bagen/Idefjorden - Halden/NO - Saltbacken - Bopallen/Nordkoster - Glupö - Väjern - Södra Usholmen - Mollösund - Marstrand - Klubbholmen/Vrangö - Träslövsläge - Falkenberg - Mölle - Helsingborg - Nyhavn/Kopenhagen - Taerö - Kragenaes - Burgstaaken/Fehmarn

Allgemein

Bagen 7
Bagen Ankerplatz 1

Mit dem Ankerplatz Krokstrand im Scheitel des Idefjordes erreichten wir unseren definitiven Umkehrpunkt in dieser Saison. Für die Rückreise hatten wir uns vorgenommen, Häfen und Ankerbuchten zu besuchen, die wir auf der Hinreise nicht anlaufen wollten oder konnten, sei es wegen den vielen Gleichgesinnten während der Hochsaison oder sei es wegen der Wetterlage.
Dies gelang uns weitgehend. Abgesehen von Halden, wo wir auf günstigeren Wind warteten, und Mölle, das sich als idealer Etappenort anbot, betraten wir überall Neuland. Einige Orte kannten wir bereits von früher oder von der Hinreise. Bei der Rückreise, auch wenn wir bereits bekannte Orte anliefen, wählten wir jedesmal einen uns noch unbekannten Hafen.

Wind und Wetter

N-Koster 13



Im ersten Drittel des Monats ging es so weiter wie die Saison angefangen hatte. Viele Tiefs über Skandinavien sorgten für südwestliche Winde, Wolken und Regen.
Ab dem 10. August beeinflusste das stabile Hoch über Europa auch das Wetter in Skandinavien. Die Winde drehten auf Südost bis Ost und bei viel Sonnenschein stiegen die Temperaturen auf angenehmen 20 bis 25 Grad.
Gegen Ende Monat herrschte wieder veränderliches Wetter mit Winden aus südlichen Richtungen.
Nachdem wir auf der Hinreise dankbar waren für südliche Winde, hätten wir eigentlich im August ganz gerne auch mal Wind aus Nordwest bis Nordost gehabt!

Highlights im August

 

- Velotour entlang dem Haldenkanal zu den Brekke Schleusen
- Besichtigung der Festung Halden mit einer eindrücklichen
Multimedia-Show über die kriegsträchtige Geschichte jenes Grenzgebietes
- Wanderungen im Regen auf der Insel Nordkoster
- Veloausflug kreuz und quer über die Insel Südkoster
- Ankerplätze und Naturhäfen
- Robben und Tümmler gesichtet

Die Koster Inseln

S-Koster 6
a-S-Koster 10

 

 

 

 

 

Kosterfaehre 2

Die westlich von Strömstad liegenden Koster Inseln sind ein touristisch gut erschlossenes autofreies Naturreservat, das in der Hochsaison entsprechend gut besucht, respektive überfüllt ist.
Wir besuchten die Inseln in der Nachsaison und waren beeindruckt von der unberührten Natur auf der Nordinsel mit den knorrigen Föhren, die den rauhen klimatischen Bedingungen und Stürmen trotzen, sowie von den Felsen, die in der Eiszeit abgeschliffen wurden und einen interessanten Anblick der verschiedenen Gesteinsschichten und -adern bieten. Auch die von Wellen und Eis geformten Steinwälle sind ein faszinierender Anblick.

Die touristisch besser erschlossene und mehr bewohnte Südinsel verfügt über Strassen und Feldwege, die ausgedehnte und abwechslungsreiche Velotouren ermöglicht. Die Vegetation ist üppiger als auf der Nordinsel und ermöglicht Landwirtschaft und Gartenbau.
Zwischen den beiden Inseln verkehrt abgesehen von ein paar Kursschiffen am Tag auch eine kleine Personenfähre, wobei es bei grossem Andrang eine gute Portion Geduld braucht, bis man an der Reihe kommt.
Glupö, Södra Usholmen und Klubbholmen Mit diesen drei Ankerplätzen hatten wir drei der schönsten und best geschützten Naturhäfen besucht. Auf unseren Landgängen genossen wir die Aussicht von höher gelegenen Felsen auf die nähere Umgebung und in die Ferne. Interessant ist dabei, wie schnell man allein ist, wenn man sich ein wenig vom Ankerplatz entfernt.

Kopenhagen - Nyhavn

Kopenhagen 16

 

In Nyhavn, wo das Leben und der Tourismus pulsiert, lagen wir drei Nächte am Quai. Dort gibt es ausser Elektrizität keine Dienstleistungen für Yachties. Nachts, wenn die vielen Sightseeingboote nicht mehr verkehren, liegt man hier sehr ruhig.
Tagsüber ist viel Betrieb in den farbenfrohen Restaurants und am Quai der alten Traditionsschiffe. Für uns ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge in die nahe Stadt und für Velofahrten in die Umgebung und Vororte der Grossstadt.

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Kopenhagen
Nyhavn Veloparkplatz

Kopenhagen - Stadt im Umbruch

Kopenhagen 21
Kopenhagen 37

Auffallend sind die vielen Baustellen in Kopenhagen.
Kongens Nytorv - früher ein parkähnlicher Platz mit Bäumen und Bänken zum Verweilen, versteckt sich hinter einer Bauabgrenzung. Dahinter entsteht eine Metrostation für die im Ausbau befindliche Kopenhagener Metro.
Aber auch sonst ist vieles im Umbruch. In den Vororten kontrastieren die modernen Gebäude mit der traditionellen älteren Gebäude in der Nachbarschaft. Folgen der Umnutzung ehemaliger Industrie- und Hafenzonen.

Wind- und Strömung
Prognosen - und Realität

Gullholmen Ausfahrt


Haermanoe Stenvik 6

 

Besonders gut in Erinnerung bleibt uns diesbezüglich der letzte Segeltag der Saison. Da sich die Strecke nicht optimal aufteilen lässt, wollten wir von Kragenaes auf Lolland/DK in einem Schlag nach Burgstaaken/Fehmarn.
Es waren 5 - 6 Bft Nordwestwind angesagt, am Nachmittag stark abnehmend, später leichter Südostwind. Als Folge muss im grossen Belt der Strom nach Süd setzen. Also ideal für uns. Ein super Segeltag und eine schnelle Reise sollte uns bevorstehen.
Doch zuerst galt es, gegen den Wind nach Nordwesten um die Landspitze herum in den grossen Belt zu gelangen. Da Vreni den Tanz auf den Wellen nicht so schätzt, entschlossen wir uns zu motoren statt zu kreuzen. Ganze drei Stunden brauchten wir für gerade acht Seemeilen.
Noch bevor wir Segel setzten, stellten wir fest, dass wir bestenfalls Westwind hatten und nicht Nordwest. Anstatt flotte Fahrt zu machen, hiess es kreuzen. Und als wir Kurs Süd machen konnten, drehte der Wind flott weiter gegen uns. Als Folge des "falschen Windes" stellte sich auch der Strom gegen uns. An und für sich herrschten super Segelbedingungen, aber nicht ganz zweckdienlich für uns.
Hingegen schlief der Wind wie vorhergesagt gegen Abend ein und blies in der Nacht, im Fehmarnsund, wie angekündigt mit 3 - 4 Bft gegen uns. Aus dem super Segeltag wurde ein langer Motortag, der bis in die frühen Morgenstunden dauerte.

Hafenkino - in der Ankerbucht

Klubbholmen 4

 

Erst kürzlich staunten wir im Hafen von Strömstad, was alles an Hafenkino geboten wurde. Wobei wir dabei auch eine tragende Rolle spielten. Und schon wieder boten wir den interessierten Zuschauern ein wenig Unterhaltung.
Diesmal in einer Ankerbucht. Hansruedi hatte den Heckanker zum Fallen vorbereitet und war mit nun mit den Vorleinen beschäftigt, während Vreni langsam Richtung Fels fuhr. Plötzlich stotterte der Motor und wir konnten erschrocken zuschauen, wie sich die Heckankerleine von der Rolle abspulte und im Wasser versank. Geistesgegenwärtig stellte Vreni den Motor ab und verhinderte so Schlimmeres.
Schnell merkten wir, dass sich die Ankerleine um den Propeller gewickelt haben musste. Um das Problem in Ruhe angehen zu können, ankerten wir mit Buganker mitten in der rundum geschützten Bucht. Dann zog Hansruedi den Neoprenanzug an und schaute sich den Propeller, mit Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet, genauer an.
Das Problem liess sich so lösen, dass zuerst viele Umwicklungen des Seiles von der Wasseroberfläche aus entwirren werden konnten. Erst nachher musste noch kurz getaucht werden um die wenigen echten Umwicklungen vom Propeller nehmen könnte.
Allerdings dauerte das Entwirren und Ausdrehen des Seiles eine gute Stunde und die Zuschauer mochten sich gefragt haben, was denn bei der SY Early Bird los sei.
Wie sich das kurze Stück lose an Deck liegende Ankerleine zwischen Rolle und Heckanker selbständig machen und über Bord gehen konnte, bleibt rätselhaft. Aber es lehrt einen einmal mehr, nicht über Missgeschicke anderer zu lachen - es könnte einem selber auch passieren.