Törnbericht April 2005  

 

 

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Route April 2005 Girne (N-Zypern) – Finike – Ücagiz (schöne Ankerbucht) – Finike – Kemer – Antalya – Finike – Ücagiz – Kas / Bayindir – Kalkan – Gemilder Reede (S von Fethiye)
Unser Schiff

Early Bird ist ein ganz spezielles Schiff – die vielen Ecken und Kanten haben uns schon etliche blaue Flecken beschert. Je besser wir uns aber einleben und je mehr wir das Schiff mit all seinen Stärken und Schwächen kennen, umso besser gefällt uns unser neues Heim. Zurzeit ist Hansruedi intensiv damit beschäftigt die technischen Details besser kennen zu lernen und zu verstehen. Dies ist oft nur mit vertieftem Studium der Manuals möglich.
Einige Dinge sind jedoch recht speziell: Mit dem Trecker – ein Vorsegel mit Baum – können wir uns nicht anfreunden. Speziell das Handling bei Starkwind finden wir sehr umständlich.

Segeln

Oft haben wir uns schon gefragt, ob wir nun als Motor- oder Segelboot unterwegs sind, da es meistens zuwenig Wind zum Segeln oder dann soviel Wind hat, dass wir lieber im geschützten Hafen oder am Ankerplatz blieben.
Unser erstes Segelerlebnis begann mit Schwachwind. Nach 2 – 3 Std. hatte es bereits soweit aufgefrischt, dass wir die Leichtwindgenua bargen, den Trecker setzten und zwei Reffs ins Gross einbanden. Böen bis gut 40 Kn verwandelten das Meer in einen grünweissen brodelnden Teppich. Auf das Ankern in der schönen Bucht von Cineviz haben wir dann verzichteten und die geschützte Marina Kemer vorgezogen.
Auf dem Weg nach West mussten wir bei 25 – 30 Kn auf die Nase und 3 m Wellen unser Vorhaben nach 2 Stunden abrechnen und auf bessere Bedingungen warten.
Diese hatten wir dann am 30. April: bei 20 Kn Wind und 2 m Wellen kamen wir ganz gut voran. Early Bird bewies ihr guten Amwind-Eigenschaften.

Wind und Wetter Der Wind beginnt meistens ab 10 oder 12 Uhr zu blasen, gegen Abend nimmt die Windstärke zu. Nach 19 Uhr ist es dann wieder windstill. Dieses Phänomen haben wir nun schon mehrmals auch bei Starkwind erlebt.
Ganz speziell sind auch die türkischen Wetterberichte: Die Windprognose lautet meistens W / NW 2 – 4 Bft gelegentlich 5. Je nach Situation bedeutet das Flaute oder Starkwind mit Böen bis 7 Bft.
Nachteinfahrten Die ersten Einfahrten, sei es zum Ankerplatz oder in einen Hafen machten wir immer Nachts – da wir entweder kurzfristig eine gesicherte jedoch weiter entfernt Marina (Fluchthafen) einem nicht ganz geschützten Ankerplatz vorzogen oder durch Flaute so lange unterwegs waren, bis es finster war.
Wir haben aber jetzt bereits entdeckt, dass es auch bei Tag geht!!!
Putzen Dies scheint momentan unsere Lieblingsbeschäftigung zu sein. Fast täglich wird geputzt und gereinigt, da die versprochene Frühjahrsreinigung durch den Voreigner wenn überhaupt nur sehr oberflächlich gemacht wurde.
So als kleines Beispiel, fanden wir doch im Backofen nebst gut konservierter Kuchenresten auch geschmolzenes Plastikbesteck. Hinter dem Herd hätten Forscher ihre wahre Freude an der Erforschung der Fettspuren gehabt und hätten sicher Aussagen über die Festessen der letzten paar Jahre machen können.
Einkauf Einkaufen braucht viel Zeit. Dies beginnt damit, dass wir uns als erstes ein Überblick der Läden und Marktstände sowie der Qualität der Ware verschaffen. Je nach Produkt (z.B. Erdbeeren, Oliven,…) wird bereits auf dem Markt getestet. Der Händler wird auf später vertröstet. Erst wenn wir wissen, was wo gekauft werden kann und zu welchem Preis, beginnen wir selektiv mit Einkaufen.
Grundnahrungsmittel sind im Vergleich zur Schweiz wesentlich günstiger, dafür sind Sonnencrème (ca. CHF 30.- für 200 ml) oder auch Benzin (CHF 2.50/lt) wahre Luxusprodukte.
Einige Dinge, speziell für den Haushalt haben wir immer noch nicht gefunden. Gut dass anfangs Mai Besuch aus Deutschland kommt und uns einige dringend benötigte Produkte mitbringen wird.
Backen
Brot backen wir meistens selber. Da das Mehl in den unterschiedlichsten Verpackungen immer gleich hell ist, mussten wir uns was einfallen lassen. Unser Brotvariationen besteht bereits aus Weiss-, Rüebli-, Kartoffel-, Oliven- Sonnenblumenkernen- und Nussbrot. Noch nicht ausgetestet sind das Zwiebel- und Knoblauchbrot.
Waschen Unsere ’ Waschmaschine’ besteht aus zwei schönen neuen knallroten 15-Liter Plastikkesseln, gewaschen wird von Hand, das Waschprogramm: Hauptwaschgang mit 3 Spühlgängen (und die ersten Male Muskelkater in den Unterarmen!).
Das ganze haben wir bereits so weit optimiert, dass Hansruedi und Vreni die Wäsche gemeinsam auswinden.
Empfang in Zypern Wir durften in Girne wieder von der herzlichen Gastfreundschaft von Heidi und Karl profitieren. Sie haben uns überall wo es notwendig war geholfen. Karl kam sogar bis nach Finike mit und hat uns seine Erfahrungen mit der Early Bird weitergegeben.
Hilfsbereitschaft der Türken Unsere türkische Gastlandflagge war bereits ausgefranst und nur noch blassrosa. Ein Türke fischte uns in Kemer eine viel schönere, jedoch auch nicht mehr ganz neue Flagge aus dem Hafenbecken. In Antalya machte man uns darauf aufmerksam, dass diese Flagge für das Schiff zu klein und somit eine Beleidigung der Türkei sei. Eigentlich hätte dies eine Strafe von USD 500 bedeutet. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn wir mit der alten Flagge in Antalya angekommen wären. Da wir sofort eine neue grössere Flagge beschafften, wurde uns diese Busse erlassen.
Der erste Besuch In Finike, dem ersten Hafen der Türkei, den wir anliefen, entdeckten wir die Sommerwind, ein Segelschiff mit dem Vreni vor rund 7 Jahren schon einmal unterwegs war. Das Wiedersehen mit Erich und Stephanie feierten wir mit leckeren Mahlzeiten (z.B. Labskaus wie anno dazumal!). Sie unterstützen uns auch mit vielen nützlichen Tipps betreffend Einkauf, Ankerbuchten und Leben an Bord.
Velotouren Unsere Velos werden so oft als möglich benutzt, sei es für kleinere Einkäufe oder für ausgedehnte Touren.
Da im Taurus das Gebiet sehr hügelig ist, führen die Route meisten steil bergauf und dann in rasanter Fahrt wieder bergab.