Törnbericht April 2006  

 

 

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Route April 2006 Port-St-Louis-du-Rhône – St-Marie-de-la-Mer – Gruissan – Rosas – Blanes - Barcelona
Allgemeines

Die zweite Segelsaison begann mit einem verhaltenen Start. Den geplanten Einwasserungstermin am 13. April konnten wir einhalten. Das Setzen des Mastes musste wegen starkem Mistral um ein paar Tage verschoben werden. Dies und andere Probleme waren schuld, dass wir anstatt wie geplant um den 16. April erst am 23. April ablegen konnten.
Ostersonntag nutzten wir für einen Landausflug zusammen mit Vreni’s Eltern, die uns und das Auto voll Gepäck von Hünibach nach Port Napoléon fuhren. Wir sahen uns Aigues-Mortes und le Grau-du-Roi auf dem Landweg an.

Wind und Wetter – mal Sturm, mal Flaute

Im Golf von Lyon und an der Costa Brava den richtigen Wind zu erwischen, scheint nicht leicht zu sein. Erst bläst ein Mistral mit Sturmstärke, nachher herrscht Flaute an Stelle des versprochenen Leichtwindes. Die erste Etappe von Port Napoléon nach Stes.Maries-de-la-Mer legten wir mehrheitlich unter Motor zurück.
Auch am zweiten Tag war die Freude über eine angenehme Brise aus der richtigen Richtung nur kurz. Bei absoluter Flaute fuhren wir stundenlang unter Motor in die gewünschte Richtung, um Weg nach Süden zu machen. Wir diskutierten intensiv über das Einhalten unserer Vorsätze, die Langsamkeit zu akzeptieren und zu leben, die Etappen den Verhältnissen anzupassen und auf den richtigen Wind zu warten. Da aber nach der Flaute wieder Sturm angesagt war, entschieden wir uns fürs Motoren.
Am dritten Morgen herrschte grossen Freude über den frischen Wind, den wir nach dem Auslaufen aus Gruissan antrafen. Gegen Mittag jedoch liessen Wind und unsere Freude nach. Um den Golf von Rosas südlich vom gefürchteten Cap Creus noch vor dem nächsten Mistralsturm zu erreichen, entschieden wir uns für weitere Motorstunden. In Rosas wollten wir ein oder zwei Tage auf den richtigen Wind warten. Aus zwei Tagen wurden fünf, denn wenn der Mistral bläst, herrscht an der Costa Brava der Tramontana. Auszulaufen bei 30 – 40 Knoten Wind im Hafen, wäre nicht sinnvoll gewesen. Wir nutzten die Zeit für Spaziergänge in und um Rosas und für einen Ausflug nach Empuriabrava. Nach der Fahrt durch die Retortenstadt Empuriabrava waren wir froh, nicht dort, sondern im natürlich-sympathischen Rosas festgemacht zu haben.
Der 30. April war dann endlich eine richtige Segeletappe. Wir legten die Strecke von Rosas nach Blanes fast ganz unter Segel zurück und waren zufrieden mit uns und der Welt.

Cap Creus Cap Creus passierten wir bei wenig Wind, dafür etwas Dünung aus Südosten, also fast gegenan (für Nichtsegler: lange, 1 bis 1,5 m hohe Wellen). Wir entschieden uns für die Innere, 90 Meter breite Passage hinter den vorgelagerten Inseln. Die Durchfahrt war eindrücklich: an beiden Ufern brachen sich die Wellen an den Felsen und entluden ihre Energie in meterhohen, weissen Fontänen. In der Durchfahrt brodelte eine Kabbelsee wie in einem Kochtopf, da die Wellen aus Südosten gegen die Strömung aus Norden standen.
Flaggenwechsel Für Nichtsegler: Es gehört zur guten Seemannschaft, dass an der steuerbordseitigen Saling (rechts neben dem Mast) die Gastlandflagge hängt. Bei Grenzübertritt – auch auf hoher See - muss die Gastlandflagge gewechselt werden. In unserem Fall heisst das, dass die französische durch die spanische Flagge ersetzt wurde.
Hansruedi’s Geburtstag

Hansruedi wurde am 3. April sechzig Jahre alt. Aus diesem Anlass organisierten Tochter Mirjam, Sohn Marc und Vreni zusammen ein gediegenes Fest im Ortsmuseum zu Kloten. Verwandte, Freunde, Segel- und Arbeitsfreunde waren gekommen, um bei ausgezeichnetem mexikanischen Essen und einem oder mehreren Gläser guten Wein gebührend zu feiern.
Witzig und unterhaltsam waren die Vorträge zum Thema '60 Jahre' und die Anektoten über Hansruedis Jugend und Leben, sowie die Gesangseinlagen der Grosskinder Tanja und Nathalie und ihren Freunden Nadine und Joël. Eine besondere Show bot Edi, der eine treffende Auswahl an guten deutschen Schlagern zum Thema 17 bis 60 Jahre vortrug.
Als Geburtstaggeschenk durfte Hansruedi einen kostbaren Präzisionssextanten in Empfang nehmen. Nun kann er die vor langer Zeit erworbenen Kenntnisse in Astronavigation auffrischen und in die Praxis umsetzen.

Die grosse Geburtstagskarte, die von allen Gästen gestaltet wurde, schmückt nun die Schiebetür zur Vorpiek.

Herzlichen Dank Esther Stettler Schon lange überlegten wir uns, wie wir unser Schiff innen schmücken können. Bei Spaziergängen durch mehrere Städte hielten wir immer wieder nach Kunstkarten Ausschau – nichts hat uns aber spontan so gut gefallen, dass wir es als Wandschmuck aufhängen wollten.
Am letzten Anlass der Regionalgruppe Thunersee des Cruising Clubs hielt Esther Stettler einen interessanten und spannenden Vortrage über ’Mode zur See’. Unter anderem zeigte sich auch ein Bild von Kurt Schmischke. Genau das war es, was wir gerne hätten. Spontan erhielten wir von Esther einige Schmischke Kunstkarten, die wir rahmten und aufhängten. Die Verschönerung ist geglückt und wir können uns über den feinen humoristischen Darstellungen dieser Bilder erfreuen. Vielen Dank Esther!