Törnbericht Juli 2005  

 

 

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Route Juli 2005 Ormos Ag. Ioannis (Phournoi-Inseln) – Pithagoreion (Samos) - Ormos Mikri Laka – Samos-Hafen (Vathy) – Chios-Marina – Kardamyla (Chios) – Plomari – Sigri (beide Lesbos) - Moudros (Limnos) – O. Planitis (Pelagos, Nördl. Sporaden) – Ormos Agnontas (Skopelos, Nördl. Sporaden) – Orei (Nord-Euböa) – Nisis Atlantis (Nördl. Euböa-Golf) – Chalkis – Porto Rafti (Südl. Euböa-Golf) – Lavrion (Petalischer Golf)
Allgemeines Seit wir unterwegs sind, haben wir etwas mehr als 1'600 sm zurückgelegt, ca. 500 sm waren es im Juli.
Unser Reiserhythmus wäre eigentlich so, dass wir uns zwischen den einzelnen Etappen immer wieder Zeit nehmen, um Land und Leute kennen zu lernen. Im Juli sah das etwas anders aus – da wir unbedingt nach Limnos wollten und Ende Juli in Lavrion sein mussten, waren unsere Etappen wesentlich länger und die Zeiten für Landausflüge stark eingeschränkt. Die Überfahrt von Samos noch Chios (ca. 60 sm) machten wir z.B. nachts. Wunderschön war es die vielen Sterne und Lichter an Land anzuschauen.
Die nördliche Ägäis wird nur von wenigen Charterschiffe und Fahrtensegler besucht. Die Häfen waren meistens fast leer und in den schönsten Ankerbuchten waren wir allein. Eine Ausnahme bildet die Gegend um Skiathos. Von dort schwärmen die Charteryachten aus oder streben zurück zur Schiffsabgabe.
Wir sind doch ein Segelschiff… … wenn uns nur der Wind nicht im Stich lassen würde. Die Tage mit Schwachwind (1 – 2 Bft) häuften sich im Juli. Oft versuchten wir trotzdem zu segeln und dümpelten dann mit 2 – 3 Kn. Bei einer Fahrt von 4 oder gar 5 Kn kommt dann bereits Freudenstimmung auf! Um das Tagesziel zu erreichen, mussten wir jedoch oft motoren. Daneben hatten wir auch Tage mit Starkwind (6 – 8 Bft). Wunderschön war es auf Kursen vor dem Wind mit einer rasanten Fahrt von 7 bis 8 kn voranzukommen.
Der Wind verhielt sich wie vorausgesagt. Doch meistens, wenn wir dachten, wir hätten den Tagesverlauf verstanden, kam in einem anderen Seegebiet ein neuer Faktor dazu. Natürlich wissen wir, dass um eine Insel wie Euböa herum nach jedem Kap ein anderer Wind zu erwarten ist. Überrascht waren wir dann trotzdem, wenn anstelle eines flotten Seitenwindes, ein starker Gegenwind ins Gesicht bläst.
Siesta Der Juli war sehr heiss. Oft hatten wir Temperaturen von über 35 Grad am Schatten. Dies hat uns gelernt, die griechische Lebensweise zu adaptieren. Nicht zu früh aufstehen und den Nachmittag mit einer langen Siesta beginnen.
Erst am Abend werden die Temperaturen angenehm. Jetzt ist die Zeit um auszugehen und etwas zu unternehmen.
Wegen dieser Hitze haben wir in den letzten Wochen weitgehend auch auf Velotouren verzichtet.
Griechische Freunde Wir besuchten Freunde aus der Schweiz, die zusammen mit Sohn und griechischer Schwiegertochter Ferien bei deren Eltern auf Limnos verbrachten.
Der Empfang von Fotis und Ritsa war spontan und herzlich, die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft unglaublich grosszügig. So hatten wir hatten den besten Platz im kleinen Hafen von Moudros und brauchten für Strom und Wasser nichts zu bezahlen.
Wir lernten die griechische Küche im Hause von Ritsa und Fotis auf eine neue Art kennen. Ritsa ist eine hervorragende Köchin und verbrachte Stunden in der Küche, um uns und ein paar Freunde anlässlich eines Geburtstagsfestes kulinarisch zu verwöhnen. Ein eingeladenes Ehepaar sang nach dem Essen traditionelle Volkslieder und wir wurden aufgefordert, ein paar Schritte Sirtaki zu tanzen. Zudem schien der Vollmond. Es war ein wunderschöner Abend. Ritsa und Fotis – efcharisto poli !
Endlich wieder einmal Duschen Wir haben einen Wassertank mit 700 lt. Fassungsvermögen an Bord. Diese Menge Wasser reicht gut um 2 Wochen an Bord zu leben - Kochen, Abwaschen, Duschen und Waschen. Alles ist möglich, nur dass eben mit dem Wasser sehr sparsam umgegangen werden muss. Eine Dusche – so wie am 24. Juni in der Marina Kos – wo der Wasserhahn einfach aufgedreht und gemütlich wie zu Hause geduscht wird, das ist leider nicht möglich!
Als unsere griechischen Freunde uns nach unseren Wünschen fragten, war sofort klar, nach 3 Wochen Bordleben eine Dusche mit viel, viel Wasser!
In der Realität sah das Ganze dann etwas anders aus. Kaum in der Dusche, waren wir auch schon wieder draussen! Für uns ist es selbstverständlich geworden, dass zwischen dem Einseifen und Abspritzen sofort wieder der Wasserhahn zudreht wird. Das Bordleben hat uns gelernt, mit dem kostbaren Nass sparsam umzugehen.
Frische Fische oder Menu um Mitternacht Der Bootsnachbar in Moudros, ein Grieche, der im Sommer 2 Monate mit Baden und Fischen verbringt, fragte uns, ob er für uns auch einen Fisch fangen soll. So hatten wir das jedenfalls verstanden.
Als wir nach einem gemütlichen Zusammenhöckle mit anderen Fahrtenseglern am Abend spät hungrig aufs Schiff zurückkamen, fanden wir einen Plastiksack an der Reeling. Nicht 1 Fisch war drin, sondern 15 verschiedene, 10 – 12 cm Fischli. Was tun – keine Ahnung, da wir selber noch keine Fische gefangen und ausgenommen haben!
Gut war, dass noch ein Fischer im Hafen war. So ging dann Hansruedi mit einem Exemplar fragen, was wir überhaupt damit machen sollen. Der nahm den Fisch, schuppte ihn, nahm die Innereien heraus und gab ihn Hansruedi wieder zurück! ’Do it yourself’ – wie eben gelernt, wurde nun Fisch um Fisch – geschuppt, gesäubert und gewaschen!
Ob das wirklich essbar ist? Mit etwas Skepsis würzten und brieten wir für jedes von uns ein Versucherli. Ausser, dass diese kleinen Fische Geräte wie richtige Fische haben, schmeckte es sehr gut. Etappenweise wanderten dann die anderen Fische in die Bratpfanne und anschliessend auf unsere Teller.
Tremola von Chios Von Chios aus machten wir verschiedene Velotouren. Der Blick auf eine Strasse mit vielen Haarnadelkurven, die in felsiges Gebirge führte, faszinierte uns. So zogen wir eines Morgens los – leider wieder etwas spät – um diese Passstrasse, ähnlich wie die Tremola, zu erklimmen. Die Bergfahrt war etwas mühsam, aber mit viel Tee schaffte es auch Vreni. Wunderschön war die Aussicht von oben und als wir nach der Passhöhe noch ein Sportzentrum mit einem kleinen Beizli und ein grosses Swimmingpool fanden, schien des Radlers Glück perfekt. Gross war jedoch die Ernüchterung bei Hansruedi als er feststellte, dass Vreni 2 Badekleider jedoch keine Badehose für ihn eingepackt hatte.
Hansruedi und der Trecker (Vorsegel) Bereits anfangs Sommer machte Hansruedi die Aussage, dass entweder er oder der Trecker noch diesen Sommer von Bord gehen werden. Die Situation war klar, der Trecker musste weg!
Ende Juli war es dann soweit. Fredy Iseli traf mit viel Gepäck im Flughafen Athen ein. Das verzollen des Segels war etwas umständlich. Aber mit Unterstützung unseres griechischen Freundes Costas erhielten wir nach Stunden die notwendigen Papiere.
Als erstes wurde dann der Trecker demontiert und ein Inventar des gelieferten Materials gemacht. Der Schreck war gross, als wir feststellten, dass bei der Furlex ein Profil fehlte und der Draht etwas kurz war. Eine Taxifahrt nach Athen konnte jedoch auch dieses Problem lösen. Bei einem Segelmacher fanden wir die fehlenden Teile. Interessant war, dass sowohl dieser Segelmacher wie auch Fredy vor mehr als 30 Jahre an einer Segeleuropameisterschaft teilnahmen und sich noch aneinander erinnern konnten!
Zurück an Bord konnte das neue Vorsegel dann ohne weitere Probleme montiert werden. Herzlichen Dank Fredy für deine Unterstützung und die vielen guten Tipps und Ratschläge, die du uns gegeben hast.
Marinas, Projekte und deren Fertigstellung Für den Yachttourismus wird in Griechenland teilweise relativ wenig investiert.
Die Angaben in den Revierführen stimmen mit der Wirklichkeit nicht überein. In einem Fall wurde mit dem Bau noch gar nicht begonnen, andere Projekte wurden knapp vor der Fertigstellung gestoppt.
In Kalymnos fanden wir anstelle von Yachtstegen eine Reihe Fischer- und Motorboote am Quai vertäut. In den neuen Marinas von Phytagoreion und Chios fehlt jegliche Infrastruktur.
Kontakt via Mail und SMS Das gibt es wirklich, Gebiete in denen das Handy meldet ’keinNetz’! In den Sporaden hatten wir teilweise keine Möglichkeit uns via SMS zu melden.
Auch die Dichte der Internet Cafe’s war sehr reduziert. So besuchten wir Inseln mit keinem oder nur einem einzigen Internet Cafe!