Törnbericht Juni 2005  

 

 

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Route Juni 2005 Knidos – Bodrum – Küfre Koyu (Yedi Adalar) – Kargilibük Limani – Okluk Limani (Degirmen Bükü) – Sehir Adalari (Kleopatrastrand) – Karacasögüt – Cökertme – Bodrum – Kos – Ormos Vasiliki (Pserimos) – Kos – Kamari – Pothia (Kalymnos) – Xerokampos (Leros) – Pothia – Kos – Vathy (Kalymnos) – Xerokampos – Lipsi – Ormos Grikou – O. Agria Valadia (beide Patmos) – O. Ag. Ioannis (Phournoi)
Allgemeines Die letzte Woche Türkei – anfangs Juni- war wunderschön. Wir besuchten die schönsten Ankerbuchten der Region im Golf von Gökova und lagen am Schwimmsteg von Global Sailing in Karacasögüt, Teil einer einmaligen Anlage im Einklang mit der Natur.
Die Ägäis bereitete uns einen herben Empfang. Drei Wochen mit vorherrschenden Winden der Stärke fünf bis sieben, auch nachts im Hafen und vor Anker, waren schon etwas gewöhnungsbedürftig und brachten unseren Törnplan durcheinander.
Astypalaia oder die Insel, die wir nie erreichten Astypalaia soll eine wunderschöne Insel mit idyllischen Ankerbuchten sein. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Während unseren beiden Terminen in Kos das geplantes Ziel im Westen.
So segelten wir dann los – der Südküste von Kos entlang, dann Kurs direkt auf Astypalaia. Schöne W NW Winde mit ca. 20 kn wehten. Durch Wellenberge stampfen versuchten wir mit knapp 3 kn Fahrt unser Ziel trotzdem zu erreichen. Nachdem wir ausgerechnet hatten, dass wir mit den bestehenden Winden zwar problemlos Kreta, jedoch nicht ohne zu kreuzen die 30 sm nach Astypalaia schaffen, haben wir unser Ziel geändert und segelten nach Kalymnos mit dem Vorhaben, am nächsten Tag nach Astypalaia zu erreichen. Früh morgens machten wir uns wieder auf Richtung Astypalaia. Leider hatte sich über Nacht weder die Winde wie noch die Wellenhöhe verändert – Berechnungen ergaben, dass wir bei der vorherrschenden Wetterlage ca. 15 bis 20 Stunden gebraucht hätten. Was soll’s auf nach Leros, dann haben wir eine noch bessere Ausgangslage, da wir noch weiter nördlich liegen. In der Nacht kamen dann ziemlich starke Winde auf, so dass wir einen ruhigen Tag in der schönen Ankerbucht Xerokampos dem Gestampfe durch grosse Wellenberge vorzogen. So bleibt Astypalaia ein Wunschziel unserer Reise, das wir nie erreichen werden, da wir nun bereits zu weit nördlich sind.
Unser Alltag Damit ihr seht, was so ein Seglerleben alles beinhaltet, hier einige unserer täglichen Arbeiten
Am Morgen:
- mit der handbetriebenen Kaffeemühle Kaffee mahlen um einen italienischen Espresso aufbrühen zu können.
- 2 lt Tee gekocht, die anschliessend in ein 5 lt Wassergefäss umgeschüttet werden.
- Birchermüesli mit vielen frischen Früchten fürs Frühstück vorbereiten.
- Verstauen sämtlicher Gegenstände, die im Schiff bei Krängung und Wellengang herumfliegen könnten. Wenn hier etwas vergessen geht, landet es unweigerlich auf dem Boden und – je nachdem – gibt’s Scherben oder sonst eine Sauerei!
- Sämtliche Fenster und Luken schliessen, so dass bei unruhigem Wetter kein Wasser eindringt.
- Motorenkontrolle (Kühlwasser, Ölstand)
- Segel abdecken (Persenning)
Während des Tages
- Navigation und Wetterbeobachtungen
- Führen des Logbuches (Das Logbuch ist die technische Geschichtsschreibung unserer Reise mit Eintragungen über zurückgelegt Distanzen, Wetter, Segelführung, sowie Zeitpunkt des Auslaufens resp. Eintreffens in einem Hafen oder Ankerbucht)
Am Abend:
- Schiff an Land festmachen oder den Anker und Landleinen ausbringen
- Luken und Fenster entsalzen
- Tee kochen (ca. 3 – 4 Liter) für den nächsten Tag
- Brot backen
- Segel zudecken (Persenning)
- Studium des Wetterberichts und Törnplanung für den nächsten Tag
Behörden

Das Aus- und Einklarieren von der Türkei nach Griechenland verlief problemlos. Wir wollten am frühen Morgen abfahren. Um lange Wartezeiten bei den Behörden zu vermeiden, erledigten wir das Ausklarieren am Vortag. Das hätte leicht schief gehen können. Beim Hafenmeister und bei der Passkontrolle sagte Hansruedi deutlich, dass wir erst am nächsten Morgen abfahren wollten. Die Formalitäten waren rasch erledigt, aber mit dem aktuellen Datum. Vermutlich verstanden die Beamten Hansruedi nicht. Bei der Küstenwache, wo wir wie erwartet eine Stunde vor einem leeren Büro warteten, bis der Offizier Glacé lutschend aus der Mittagspause zurück kehrte, wurde es plötzlich problematisch. Das sei nicht erlaubt, nach dem Ausklarieren hätten wir das Land unverzüglich zu verlassen, wurde uns gesagt. Nach einigem Zögern erhielten wir die Ausreisebewilligung unter der Bedingung, zu erklären, nie mit dem Beamten über unsere Absichten gesprochen zu haben.
Das Einklarieren in Griechenland verlief ebenso problemlos und speditiv. In anderthalb Stunden waren Passkontrolle, Zollformalität und Einklarieren bei der Hafenpolizei erledigt. Im Gegensatz dazu musste Hansruedi bei einem Ausklarieren bei der Hafenpolizei in Kos eine ganze Stunde warten, bis er an der Reihe war. Vermutlich waren die Beamten ausgelastet mit der Abfertigung von Ausflugsschiffen mit vielen Passagieren. Das kann eben auch mal passieren.

Medical Services Bei der Rückreise im Mai aus der Schweiz hatte Vreni sich einen Finger verletzt. Da er nach gut einem Monat immer noch geschwollen ist, entschieden wir uns einen Arzt aufzusuchen. Im Spital von Kalymnos wurden wir sehr freundlich empfangen. Nach dem Röntgen kam noch der Termin bei einem Arzt – etwas anders als bei uns!
Vor dem Sprechzimmer sassen sehr viele Leute, die alle auf eine Konsultation warteten. Als der Arzt endlich kam, stürzten sich alle auf ihn – auch Vreni – und gaben ihre Unterlagen oder Zetteli mit Nummern darauf, wie z.B. bei uns auf der Post, ab. Dann begann die Sprechstunde - Patienten, die später kamen, ginge ohne anzuklopfen ins Sprechzimmer um ihren Zettel abgeben zu können. Als Vreni in Sprechzimmer gerufen wurde, sass bereits ein älterer Mann beim Arzt. Zuerst sprach der Arzt mit diesem, zwischendurch sah er sich die Röntgenbilder von Vreni an und gab einige griechische Erklärungen ab, die seine Assistentin übersetzte, bevor er sich wieder dem anderen Patienten zuwandte. Dazwischen kamen noch weitere Patienten ins Sprechzimmer, was aber überhaupt niemand störte. Dann schrieb der Arzt etwas in sein grosses Buch ein – Personalien wollte er nur Name und Land – stellt ein Rezept aus und Vreni war wieder entlassen. Nach der Rechnung gefragt, wurde erklärt, dass es nichts kosten würde. Übrigens, der Finger gleich nach wie vor einem Würstchen, kann aber trotzdem recht gut gebraucht werden!
Velofahren in der Türkei Das Velo ist mit dem Fussgänger gleichgestellt. Das heisst, dass wir als Velofahrer durch jede Fussgängerzone oder aber auch verkehrt durch die Einbahnstrassen oder Fahrverbote fahren dürfen und die Polizei dabei noch verständnisvoll zuschaut.
In Griechenland sollen – was wir so beobachtet haben - zwar die Verkehrsregeln auch für Velos gelten. Wir haben aber die türkische Velofahrweise beibehalten!
Bergpreis von Leros Landtage nutzen wir je länger je mehr um Velotouren zu machen. So hat uns auch das Kastro von Leros fasziniert, dass wir trotz Mittagshitze die 300 Höhenmeter unter die Räder nahmen um die schöne Aussicht über die Insel geniessen zu können. Leider fehlte oben der Glacestand für eine Abkühlung! So haben wir uns eben mit selbst gemachtem Tee begnügt.
In Leros war die ’Dingi-Velo-Premiere’. Zum ersten Mal haben wir unsere Velos vom ankernden Schiff per Dingi an Land gebracht!
Besuch aus der Schweiz Hansruedis Tochter Mirjam mit 3 Freundinnen trafen wir in Kos. Um unser Seglerleben besser kennen zu lernen machten wir zusammen einen Ausflug zu einer idyllischen Badebucht. Leider war der Wind mit 20 bis 30 Kn nicht ganz auf unserer Seite!
Die letzte Juniwoche verbrachten wir gemeinsam mit Christian, Brigitte und Roxana Maurer. Mit ihnen segelten wir von Kos nach Samos – die ersten Tage mit sehr viel Wind und dementsprechend Kreuzen, den letzten Tag bei Flaute unter Motor
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Der letzte Monat Trecker Da wir uns – wie schon berichtet – mit dem Trecker nicht anfreunden konnten, haben wir uns für ein neues Vorsegel entschieden.