Törnbericht Mai 2006  

 

 

Home
 
Crew
Schiff
Törnplan
Törnbericht
Fotogalerie
Mitsegeln
Kontakt

 

Route Mai 2006 Barcelona – Ginestra (Castelldefels) – Vinaroz – Oropesa de Mar – Farnals – Gandia – Calpe – Santa Pola – Cartagena – Agua Amarga – Almerimar – Motril – Malaga – Fuengirola – Marbella – Estepona – Gibraltar – Barbate - Rota
Trauer Am 1. Mai erhielten wir die traurige Nachricht, dass Hansruedi’s Bruder Walter auf einer Skitour tödlich verunglückt ist. Anfangs Mai flogen wir deshalb für 3 Tage in die Schweiz, um an der Beerdigung teilnehmen zu können.
Allgemeines

Seit wir Port Napoléon verlassen hatten, fühlten wir uns unter Zeitdruck. Um rechtzeitig für unsere Gäste Hugo und Heidi in Malaga anzukommen, legten wir während 17 Tagen im Durchschnitt Etappen von 50 sm zurück oder anders ausgedrückt, 9.5 Std. waren wir jeden Tag am Segeln oder am Motoren.
Leider mussten wir wieder mehr motoren als wir uns wünschten. Aber wir hatten auch einige schöne Segeltage, wo wir ganz flott vorankamen.
Für ausgedehnten Landgang blieb wenig Zeit. Einzig in Barcelona, Cartagena und Fuengirola reichte es zu Spaziergängen in die Stadt und zum auswärts essen.
Mit Hugo und Heidi an Bord, ging es dann wesentlich gemütlicher voran. Unser Plan war in zwei Wochen von Malaga nach Cadiz zu gelangen, eine Strecke von ca. 150 Seemeilen. Endlich hatten wir wieder Zeit für Landgang, Velo fahren, einen Ausflug nach Ronda und Bummeln durch die Städte.

Wind und Wetter – mal Sturm, mal Flaute

In einem unserer Revierführer steht geschrieben, im Mittelmeer gebe es neun Tage wenig Wind und dann drei Tage Sturm. Seit wir wieder unterwegs sind, können wir das bestätigen. Wobei wir am Rande der Starkwindzone teilweise super Segelbedingungen hatten. Nun sind wir aber bereits im Atlantik und erleben auch hier zum ersten Mal Starkwind. Wir sind gespannt, ob sich dieses Muster weiter bestätigen wird.

Spaniens Küste durch den Feldstecher Auf unseren langen Etappen hatten wir wenig Gelegenheit, die spanischen Küsten zu besuchen. Dafür haben wir alles emsig durch den Feldstecher betrachtet. Lange Abschnitte zeigen eine architektonische Vielfalt an älteren und neueren Appartementblöcken und Feriensiedlungen. Den vielen Kränen nach zu beurteilen, ist hier noch kein Ende des Baubooms abzusehen.
Barcelona In Barcelona spazierten wir ausgiebig durch die Altstadt und natürlich auch die Rambla auf und ab. In den engen Gassen mit hunderten von Geschäften sowie auf den grossen Plätzen mit Dutzenden von Bars und Restaurants umgeben von prächtigen Palästen pulsiert das Stadtleben von früh bis spät. Sehenswert ist auch der Markt mit seinem üppigen Angebot an Lebensmittel aller Art.
Wir wollten mit Bus und Funicular auf Barcelona’s Hausberg, den Tibidabo. Leider fuhr die Seilbahn nicht. Eine Tatsache, die im Bus nicht erwähnt wurde!
Zu Fuss schafften wir dann nur die halbe Höhe. Nicht wegen mangelnder Kondition oder Ausdauer, sondern da die Strassen für die Forstwirtschaft lange Schlaufen machten und uns plötzlich die Zeit knapp wurde.
Ronda

Der erste Ausflug mit einem Mietauto! Die Fahrt von der Küste über die gut 1000m hohe Berglandschaft der Sierra de Bermejas war imposant und abwechslungsreich. Erstaunlich, wie sich die Vegetation auf der kurzen Distanz wegen dem Höhenunterschied verändert. Ronda ist eine der ältesten Städte Spaniens und liegt an einer tiefen Schlucht, wie man sie in der sonst relativ flachen Hochebene nicht erwarten würde. Eine jahrhunderte alte Brücke überspannt die Schlucht und ermöglicht den Blick in die Tiefe sowie in die Umgebung.

Gibraltar Die Rundung des Felsens von Gibraltar war etwas Spezielles. Die Wetterprognose sprach von Starkwind, ausgelaufen sind wir jedoch bei Flaute. Kurz vor dem Europa Point begann es aufzufrischen und bei der Rundung des Kaps tanzte unser Schiff mit der Strömung in der Kabbelsee.
Eigentlich wollten wir nur 2 Tage in Gibraltar bleiben. Da aber der Starkwind länger als erwartet anhielt, blieben wir 4 Tage, die wir zu langen Landausflügen nutzen. Mit dem Velo kletterten wir zweimal den Felsen von Gibraltar hoch und besuchten die berühmten Affen, St. Michaels Cave sowie mehrere militärische Tunnels und Bunker.
So stellen wir uns die Themse im Herbst vor An der Costa del Sol hatten wir - nicht wie der Name eigentlich aussagen würde – Sonnenschein und schönes Wetter, sondern viel Dunst und mässige, am Morgen sogar schlechte Sicht. Genau so stellen wir uns den Herbst auf der Themse vor. Frierend, eingehüllt in Faserpelz, mit Halstuch und Mütze nutzten wir die Gelegenheit, die Funktion des Radars zu überprüfen und suchten uns so den Weg zwischen Fischerfähnchen und Fischerboote.
Interessante Beobachtungen Während unserer langen Etappen hatten wir mehrere Male die Gelegenheit Delfine zu beobachten. An der Costa Blanca begleiteten uns kleine Wale. Mit ihren Schwanzflossen schlugen sie kräftig aufs Wasser, so dass es hoch aufspritzt. Mehrere Male konnten wir auch Tümmler beobachten, die langsam durchs Wasser gleiten. 2 Störche überflogen unser Schiff und – das Holzstück, das auf uns zu trieb, erwies sich als grosse alte Schildkröte mit leicht verkrautetem Panzer.
Platzprobleme in den Marinas In den Regionen von Barcelona und Malaga machten wir zum ersten Mal die Erfahrung, dass es schwierig sein kann, einen Hafenplatz für die Nacht zu finden. Bezüglich Port Vell in Barcelona war es keine Überraschung. Die zentrale Lage nahe der Altstadt macht die Marina attraktiv, entsprechend begehrt und auch teuer.
Dass es unmöglich sein sollte, in der Nähe von Malaga einen Platz zu finden, erstaunte uns mehr. Weder in Caleta de Velez, noch in Malaga oder Benalmadena fanden wir Platz. Nach einer Nacht vor Anker beim Hafen von Malaga waren wir froh, in Fuengirola zwei Nächte bleiben zu können, um unsere Gäste Hugo und Heidi dort an Bord zu nehmen.
Mehrmals fragten wir uns, was diese Marinas sagen, wenn Yachten bei schwerem Wetter oder Sturm Schutz suchen. Schicken diese die Yachten wirklich wieder in den Sturm hinaus? Solche Probleme an einer Küste ohne geschützte Ankerbuchten als Alternative, drückten etwas auf unsere Stimmung.
Weiter westlich an der Andalusiens Küste und in Gibraltar war es wieder völlig problemlos, Platz zu finden und die Welt war wieder in Ordnung.