Törnbericht Oktober 2005  

 

 

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Route Oktober 2005 Calvi (Korsika) – Hyères – La Ciotat – Marseille – Port Napoléon
Allgemeines Was war es, was uns so voran trieb? Heimweh? La Mer agitée? Saisonale Müdigkeit? Das unbeständige, kühlere Wetter? Wir wollen es gar nicht mehr so genau wissen. Tatsache ist, dass es uns in Richtung Port Napoléon zog, um diese Saison abzuschliessen, um uns und das Schiff auf die nächste vorzubereiten und um Familie und Freunde in der Schweiz wieder zu sehen.
Streik der Fähren in Korsika Dass die MitarbeiterInnen der Corsica Ferries streikten, erfuhren wir erst durch ein SMS aus der Schweiz. Erst im Nachhinein fiel uns auf, dass uns an der gesamten Westküste von Korsika keine grösseren Schiffe begegnet waren.
Calvi Bereits bei der Ansteuerung auf Calvi hatten wir Starkwind und hohe Wellen. Mit gereffter Fock, als einziges Segel, erreichten wir bei den Talfahrten über die Wellen Geschwindigkeiten bis 9 kn (die normale Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 5 – 6 kn).
Da diese Wetterlage während Tagen anhielt, blieben wir länger als ursprünglich geplant in Calvi und warteten auf günstigeren Wind für die Überfahrt zum französischen Festland.
Calvi ist ein schönes Städtchen mit einer imposanten Zitadelle, die zu sportlichen Spaziergängen einlädt. Wir nutzten die Zeit für Velotouren in die Berge von Zilia und einer Panoramafahrt mit schöner Aussicht auf das aufgewühlte Meer entlang der Küste bis Capo Cavallo.
Überfahrt von Calvi nach Hyères Die Überfahrt nach Hyères (ca. 120 sm) schafften wir erst im zweiten Anlauf. Der erste Versuch endete nach ca. anderthalb Stunden. Kaum ausserhalb des Hafens von Calvi, schaukelten wir bei wenig Wind in einer kräftigen Dünung. Allmählich nahmen Wind und Wellen zu. Nach dem Auswerten des Seewetterberichts der Deutschen Welle entschieden wir uns umzukehren, da starker Gegenwind zu erwarten war, eben stärker und aus anderer Richtung (auf die Nase) als noch ein paar Stunden früher angekündigt.
Zwei Tage später erwarteten uns bessere Bedingungen. Anfänglich hatten wir schwachen Wind. Nach dem Durchzug von Gewitterfronten blies dann ein kräftiger räumlicher Wind, der recht hohe Wellen aufbaute, uns aber gut vorankommen liess. Wir waren froh, dass uns die Gewitter nicht allzu nahe kamen und wir die Blitze und das Wetterleuchten aus sicherer Distanz beobachten konnten. Mit flotter Fahrt erreichten wir am nächsten Vormittag Hyères.
Route des Crêtes

Einmal mehr wollten wir uns mit dem Velo einen Bergpreis verdienen. Die Route des Crêtes von La Ciotat nach Cassis war es dieses Mal. Zu Beginn zwar etwas steil, ging es 300 m bergauf. Oben angekommen konnten wir uns dann einer einmaligen Aussicht entlang der Küste erfreuen.

Marseille Von Marseille sahen wir recht wenig. Da die U-Bahn- und Buschauffeure gerade streikten, blieben uns von einer Sehenswürdigkeit zu anderen nur lange Fussmärsche.
Ursprünglich hatten wir geplant, hier 2 – 3 Tage zu verweilen. Da der Navtex jedoch wieder laufend Gale-Warning's (Sturmwarnungen) für die nächsten Tage ausspuckte und wir die Verschlechterung des Wetters mitverfolgen konnten, entschieden wir spontan wieder auszulaufen.
Port Napoléon - Auswassern Unter Starkwind erreichten wir unser letztes Ziel, den Port Napoléon. Nachdem wir an einem geschützten Steg festgemacht hatten, begannen wir mit der Vorbereitung für das Winterlager. Sämtliche Segel mussten abgeschlagen und zusammengelegt werden. Fender und Leinen wurden verstaut, der Kühlschrank abgetaut, und noch vieles mehr.
Am Sonntag, den 16. Oktober war es dann soweit. Early Bird wurde mit einem starken Kran aus dem Wasser gehoben und hinter einer grossen Werfthalle auf seine beiden Kiele gestellt. Während des Winters wird sie nun hier bleiben.
Pendeln zwischen der Schweiz und Port Napoléon Die letzten beiden Oktoberwochen verbrachten wir in der Schweiz.
Nun sind wir jedoch bereits wieder auf dem Schiff und beginnen mit dem Um- und Ausbau.
Wenn wir auf dem Wasser sind, fliesst das Schmutzwasser der Küche ins Meer oder in den Häfen in den Grauwassertank. An Land würde das Wasser auf den Betonboden tropfen, was nicht gern gesehen wird. Damit wir trotzdem das Wasser aus unserem Tank gebrauchen können, musste nun Hansruedi als erstes eine Abwasserleitung legen.
Während den nächsten Monaten werden wir zwischen Port Napoléon und der Schweiz pendeln. Geplant ist, dass wir 2 Wochen pro Monat im Port Napoléon und 2 Wochen in der Schweiz sind.
Über die einzelnen Arbeiten, die wir im Winterlager an Early Bird ausführen, werden wir Euch jeweils informieren.